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	<title>Jennifer Hertlein</title>
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		<title>Jennifer Hertlein</title>
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		<title>Lieber vor dem Fernseher sitzen als sich engagieren?</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 18:27:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ehrenamtliche Arbeit fordert Zeit und sehr viel Motivation. Das ist wohl ein Grund, warum sich vor allem Vereine und Verbände für Jugendliche seit geraumer Zeit über schrumpfende Mitgliederzahlen beklagen. Hat die Jugend wirklich keine Lust mehr auf Ehrenämter? Vier Jugendliche aus dem Großraum Nürnberg sagen ihre Meinung und schneiden dabei wichtige Themen an: Schulstress, Zivildienst [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=519&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ehrenamtliche Arbeit fordert Zeit und sehr viel Motivation. Das ist wohl ein Grund, warum sich vor allem Vereine und Verbände für Jugendliche seit geraumer Zeit über schrumpfende Mitgliederzahlen beklagen. Hat die Jugend wirklich keine Lust mehr auf Ehrenämter? Vier Jugendliche aus dem Großraum Nürnberg sagen ihre Meinung und schneiden dabei wichtige Themen an: Schulstress, Zivildienst und Karrierepläne sind die wahren Gründe, für weniger Engagement – obgleich sich doch alle gerne engagieren würden.<span id="more-519"></span></p>
<p><strong>Roman, 18, Schüler aus Offenhausen: </strong>„Ich engagiere mich <a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/roman-kindl.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-520" title="Roman Kindl" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/roman-kindl.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a>schon seit 2006 ehrenamtlich bei der Jungen Presse Bayern. Momentan erledige ich viel Büroarbeit und bin Sprecher der Regionalgruppe Nürnberg. Natürlich erhoffe ich mir von meiner ehrenamtlichen Arbeit später einen Vorteil, wenn es darum geht, Karriere zu machen. Ich versuche Kontakte zu Leuten zu knüpfen, die später meine Chefs sein könnten. Aber der Hauptgrund für mein ehrenamtliches Engagement ist der Spaß an der Sache. Ich habe durch die JPB Freunde in ganz Bayern kennengelernt und sogar meine Freundin. Ja, die Arbeit ist anstrengend, aber sie gibt einem viel zurück. Generell finde ich ehrenamtliches Engagement sehr wichtig. Es ist der Motor unserer Gesellschaft. Viele Dinge unseres alltäglichen Lebens könnten ohne Ehrenamtliche gar nicht geleistet werden.  Und dazu kommt, dass man in Deutschland ohne einen Verband kaum eine Chance hat, seine Interessen durchzusetzen! Ehrenamtliche Arbeit kann aber auch ein Problem darstellen, wenn sie hauptamtliche Arbeit verdrängt. Gerade in Bereichen der Sozialarbeit und Pflege hätte unser Land auch genug Leute, die es dafür hauptberuflich qualifizieren könnte. Aber auch die Zeit, die so ein ehrenamtlicher Job fordert, bereitet oft Schwierigkeiten. Vor allem Schüler und Studenten, die sich früher sehr viel ehrenamtlich engagiert haben, schaffen es heute – in Zeiten von G8 und Bachelor – kaum noch. Trotzdem: in meinem Freundeskreis gibt es noch eine Menge Leute, die ein Ehrenamt haben. Einige engagieren sich bei Jugendorganisationen von Parteien, in der Kirche, im Sportverein oder bei Rettungsdiensten. An sich ist die Bereitschaft unter Jugendlichen durchaus vorhanden! Man muss eben nur wissen, wie man seine  Zeit richtig einteilt, sich selbst organisiert, dann bleibt auch genügend Zeit für ein Ehrenamt – nur leider lernt man genau das nicht in der Schule!“</p>
<p><strong>Alicia Mittelbach, 18, Schülerin aus <a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/alicia-mittelbach.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-521" title="Alicia Mittelbach" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/alicia-mittelbach.jpg?w=300&#038;h=288" alt="" width="300" height="288" /></a>Bronnamberg: </strong>„Nein, leider engagiere ich mich nicht ehrenamtlich. Ich habe einfach nicht die Zeit dazu, immerhin schreibe ich in ein paar Monaten Abitur. Für das Studium brauche ich einen sehr guten Abiturschnitt. Da geht einfach die meiste Zeit für Lernen drauf. Außerdem gebe ich Nachhilfe um nebenher ein bisschen Geld zu verdienen. Und auf das Sporttreiben kann ich auch nicht verzichten, denn ich brauche einen körperlichen Ausgleich zum ständigen vorm Schreibtisch sitzen. Deshalb bräuchte mein Tag 48 Stunden, wenn ein Ehrenamt noch darin Platz haben sollte. Wenn ich aber mehr Zeit hätte, würde ich mich beim Roten Kreuz engagieren. Da könnte ich Menschen helfen! Ein bisschen ärgert es mich schon, dass ich nicht ehrenamtlich tätig bin. Ich will mich nach dem Abitur um ein Stipendium bewerben und da braucht man nicht nur gute Noten, sondern auch ehrenamtliches Engagement. Aber wie gesagt, ich habe keine Ahnung, wie ich das alles unter einen Hut kriegen könnte! Klar, habe ich schon mit dem Gedanken gespielt, nach dem Abitur ein Ehrenamt zu übernehmen oder sogar ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen. Aber letztendlich habe ich mich doch dagegen entschieden. Ich will sofort mit dem Studium beginnen. Es ist besser, so jung wie möglich danach in einen Beruf einzusteigen  – gerade als Frau! Und während dem Studium wird es auch wieder schwierig. Da muss ich gute Leistungen bringen und nebenher arbeiten, um Geld zu verdienen. Immerhin muss man als Student auch von irgendetwas leben. Trotzdem, eigentlich hätte ich gerne die Zeit, mich ehrenamtlich zu engagieren, weil es mir sicher richtig viel Spaß machen würde!“</p>
<p><strong>Holger Elsen, 18, Schüler aus <a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/holger-elsen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-522" title="Holger Elsen" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/holger-elsen.jpg?w=215&#038;h=300" alt="" width="215" height="300" /></a>Fürth: </strong>„Ich arbeite  als Chefredakteur bei der Schülerzeitung „helga“ des Helene-Lange-Gymnasiums in Fürth. Das ist eben eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Schule. Ich mache diesen Job vor allem, weil mir die „helga“ sehr am Herzen liegt. Als Redakteur bin ich nämlich schon seit der sechsten Klasse dabei. Ein anderer Grund ist aber die Bemerkung im Abiturzeugnis. Das macht sich gut im Lebenslauf. Immerhin zeigt die Arbeit in der Schülerzeitung, dass man teamfähig ist und als Chefredakteur auch eine Gruppe leiten kann. Ich möchte später Lehrer werden und dann ebenfalls eine Schülerzeitung betreuen. Da werden mir die Erfahrungen, die ich jetzt schon sammle, sicher helfen. Überhaupt habe ich in der Schülerzeitung viele Sachen von klein auf gelernt, die ich im Leben gut gebrauchen kann. Berichte sollte man immer schreiben können und beim Recherchieren bekommt man viel Allgemeinwissen! Jedenfalls finde ich es gut, wenn Schüler sich an ihrer Schule engagieren, sonst wäre der Schulalltag doch ziemlich trist. Und ich finde es auch gut, dass dieses Engagement freiwillig, also ehrenamtlich ist, man keine Noten dafür bekommt. Das garantiert, dass die Schüler mit viel mehr Begeisterung bei der Sache sind, anstatt nur wegen der Noten mitzumachen. Aber auch außerhalb der Schule ist ehrenamtliche Arbeit wichtig. Ich habe mich selbst eineinhalb Jahre in meiner Gemeinde engagiert, indem ich eine Konfirmandengruppe mit betreut habe. Das Gute an der Arbeit in der Schülerzeitung ist jedoch, dass sich der Zeitaufwand in Grenzen hält. Natürlich ist es stressig, bevor eine neue Ausgabe erscheint. Aber ich habe trotzdem noch viel Zeit für die Schule, meine Freundin und andere Hobbys. Hobbys lassen sich auch gut mit dem Schülerzeitungsmachen verknüpfen, zum Beispiel in dem ich einen Artikel über ein Hobby schreibe, oder einfach über Dinge, die mich interessieren.“</p>
<p><strong>Andreas Hirneiß, 21, Schüler aus Fürth: </strong>„Nein, ich arbeite nicht <a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/andreas-hirneis.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-523" title="Andreas Hirneiß" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/andreas-hirneis.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a>ehrenamtlich. Ich hätte zu wenig Zeit und da ich seit kurzem eine eigene Wohnung habe, muss ich schon zusehen, dass ich für Geld arbeite. Ehrenamtliche erweisen der Gesellschaft einen Dienst, helfen anderen Menschen, das ist natürlich gut! Ein anderer Grund, der für ehrenamtliche Arbeit spricht, ist, dass man das eigene Gewissen befriedigt. Das klingt ein bisschen egoistisch, ist aber in Ordnung: der ehrenamtlich Arbeitende fühlt sich selbst gut, weil er das Gefühl hat, einer sinnvollen Aufgabe nachzugehen – und er erweist sich dabei tatsächlich als nützlich. Ausprobieren sollte es jeder einmal. Ich musste zum Beispiel von meiner Schule aus ein dreiwöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung ableisten. Anfangs war ich weniger begeistert davon im Kindergarten zu arbeiten. Im Nachhinein möchte ich diese Erfahrung aber nicht missen. Ein Großteil meiner Klassenkameraden sah das ebenso, wobei deren Tätigkeit im Krankenhaus schon einiges mehr an Überwindung gekostet haben muss. Trotzdem möchte ich so schnell kein Ehrenamt übernehmen. Ich muss jetzt nämlich erst einmal neun Monate Zivildienst ableisten. Da bin ich auch nur eine günstige Hilfskraft, die das soziale System stützt. Dass man nach neun oder bald sechs Monaten schlecht bezahltem Dienst keine Lust mehr hat, ist doch irgendwo verständlich. Klar, finde ich es gut, wenn sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Aber ich würde niemanden als schlechter ansehen, nur weil er kein Ehrenamt inne hat. Letztendlich sollte man ein Ehrenamt auch nur übernehmen, wenn man die nötige Zeit, das geforderte Engagement und ein gewisses Maß an Hingabe mitbringen kann. Sonst wird man weder seiner Position noch sich selbst gerecht. Und mal ehrlich:  Generell sitzen viele abends einfach lieber vor dem Fernseher als in einer Kirchengruppe.“</p>
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		<title>Echtes Engagement durch Freundschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 18:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Junge Presse Bayern e.V. arbeitet komplett ehrenamtlich. Die Junge Presse Bayern e.V. (JPB) ist der Verband junger Medienmacher in Bayern. Und die JPB ist vor allem ein Verein, in dem junge engagierte Menschen Verantwortung übernehmen, sich ausprobieren können und so zahlreiche große Projekte bewältigen – komplett ehrenamtlich!
„In der JPB wird einem unheimlich viel zugetraut. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=516&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><em><a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/jpb-logo.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-517" title="jpb logo" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/12/jpb-logo.jpg?w=299&#038;h=194" alt="" width="299" height="194" /></a>Die Junge Presse Bayern e.V. arbeitet komplett ehrenamtlich. </em>Die Junge Presse Bayern e.V. (JPB) ist der Verband junger Medienmacher in Bayern. Und die JPB ist vor allem ein Verein, in dem junge engagierte Menschen Verantwortung übernehmen, sich ausprobieren können und so zahlreiche große Projekte bewältigen – komplett ehrenamtlich!<span id="more-516"></span></p>
<p>„In der JPB wird einem unheimlich viel zugetraut. Man kommt zum Beispiel gerade aus der Schule raus und darf ein Seminar mit einem Budget von 2000 Euro organisieren – und es funktioniert“, erzählt Alexander Demling, 22, Student aus Erlangen. Er ist einer von acht Vorständen der JPB. Aktuell hat die JPB um die 500 Mitglieder in ganz Bayern. Sie alle sind Redakteure, Autoren, Layouter, Fotografen, Techniker, Organisatoren oder Moderatoren von Schüler- und Jugendzeitungen, Online-Magazinen, Studentenmedien sowie Jugendradios. Entweder sie sind noch Schüler, Studenten oder befinden sich gerade auf dem Weg der Ausbildung. Aktive Mitglieder – also Leute, die sich tatsächlich regelmäßig bei der JPB engagieren – sind es, laut Alexander, so zwischen 25 und 30.</p>
<p><strong>Verantwortung für eigenständiges Arbeiten</strong></p>
<p>Das Hauptziel der JPB ist es, dass die Jugendmedienmacher sich untereinander über ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam Projekte koordinieren können. Außerdem bieten zahlreiche Seminare zum Thema Medien und Journalismus eine gute Fortbildungsmöglichkeit. All das organisieren die Aktiven der JPB. Das heißt: Bei der JPB bestimmen keine Erwachsenen, sondern nur die Jugendlichen selbst. Genau deshalb sind die Hierarchien im Verband flach: der Vorstand übernimmt zwar Verantwortung und leitet die Aktiven immer wieder an – aber prinzipiell kann jeder sein eigenes Projekt auf die Beine stellen. Die JPB ist offen für alle, die sich einbringen wollen. „Indem einem diese Verantwortung für eigenständiges Arbeiten übertragen wird, kann man unheimlich viel lernen!“, meint Alexander aus Erfahrung. Zu den Aufgaben der JPB gehören, neben Seminare leiten: Veranstaltungen organisieren, Medienprojekte unterstützen und beraten, Magazine, Flyer, Plakate oder Websites gestalten, Wettbewerbe veranstalten, Kooperationen aushandeln und gemeinsame Ideen verwirklichen.</p>
<p>Diese Ideen werden von den Mitgliedern der Jungen Presse Bayern ganz und gar ehrenamtlich umgesetzt. Einerseits macht das die Vereinsarbeit schwieriger. „Wenn jemand gerade wegen Stress in der Schule oder Uni partout keine Zeit hat, dann kann ihn niemand dazu zwingen, etwas für die JPB zu erledigen. Er macht das ja ehrenamtlich, also freiwillig“, so Alexander. Auf der anderen Seite denkt er, dass es auf jeden Fall angenehmer, aber vielleicht sogar leichter ist, nur mit Ehrenamtlichen zu arbeiten: „Gerade wenn es auf einen Termin zugeht, entfalten die Leute eine unheimliche Arbeitsbereitschaft. Das geht weit über das hinaus, was eine hauptberufliche Kraft tun würde.“ Ehrenamtliche seien mit mehr Leidenschaft dabei, meint der JPB-Vorstand: „Denn bei der JPB weiß ich, wenn ich jetzt die und die Aufgabe nicht erledige, lasse ich nicht irgendeinen Arbeitgeber hängen, sondern meine Freunde!“</p>
<p><strong>Harte Arbeit die sich lohnt</strong></p>
<p>Trotzdem ist klar: Die besondere Herausforderung an einem komplett auf ehrenamtlicher Arbeit aufgebautem Verein ist das Organisieren. Es gibt keine Dienstpläne und auch niemanden, der acht Stunden an ein und demselben Ort Arbeit erledigt. „Man muss für jede Tätigkeit erst einmal jemanden finden, der gerade Zeit hat“, so Alexander. Er ist der Meinung, dass es nicht unbedingt eine Bereicherung für die JPB wäre, hätte der Verein plötzlich hauptamtliche Arbeitskräfte: „Jeder würde sich dann nur noch die Rosinen aus der Arbeit rauspicken, also nur das, was wirklich Spaß macht. Aber ehrenamtliche Arbeit macht auch mal keinen Spaß. Gerade darüber entstehen tiefe Freundschaften.“</p>
<p>Die JPB bringt ihren Mitgliedern viel: einen anerkannten Jugendpresse Ausweis, zum Beispiel. Aber das wohl Wichtigste sind genau diese Freundschaften, die Alexander beschreibt: „Man lernt in der JPB wie man gemeinsam mit anderen Leuten eine gute Sache voranbringt, ohne dass irgendjemand tatsächlich einen Vorteil davon hat oder Geld dafür bekommt. Daraus entstehen viele Freundschaften, die weit über den Verein hinausgehen und man nimmt viel Ideelles für sich persönlich mit.“</p>
<p>Erschienen in: &#8222;Ringfrei&#8220; der Zeitschrift des Kreisjugendring Nürnberg-Stadt, Ausgabe Nr. 48 &#8211; Nov 09</p>
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		<title>„Echten Sozialkontakten“ in steter Konkurrenz</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 09:38:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jugendarbeit, das heißt, Jugendliche treffen sich, spielen Kicker oder Tischtennis, reden und können sich bei Schwierigkeiten an Betreuer wenden. Jugendarbeit, das heißt auch, Jugendliche kommen zusammen und bilden eine Gemeinschaft, in der sie sich ausprobieren, austauschen und entwickeln können. Doch heute sind die Jugendhäuser leer und die Jugendlichen sitzen zu Hause vor dem PC. Nur [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=510&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/bild-4.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-512" title="Bild 4" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/bild-4.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a>Jugendarbeit, das heißt, Jugendliche treffen sich, spielen Kicker oder Tischtennis, reden und können sich bei Schwierigkeiten an Betreuer wenden. Jugendarbeit, das heißt auch, Jugendliche kommen zusammen und bilden eine Gemeinschaft, in der sie sich ausprobieren, austauschen und entwickeln können. Doch heute sind die Jugendhäuser leer und die Jugendlichen sitzen zu Hause vor dem PC. Nur beim CVJM, da sieht die Welt noch ein bisschen anders aus, wie JuNa-Autorin Jennifer Hertlein erfahren hat.<span id="more-510"></span></p>
<p>„Vor fünf Jahren war das noch so: Wahnsinn, das Jugendhaus hat DSL! Heute hat jeder daheim am eigenen Rechner Internet. Deswegen treffen sich die Leute jetzt online statt hier“, erzählt Thomas Gaßner. Zusammen mit Claus Grau gehört er zur Jugendpflege Süd. Die zwei Männer kümmern sich hauptberuflich um drei Jugendzentren in Cadolzburg, Roßtal und Großhabersdorf im Landkreis Fürth.</p>
<p>Thomas Gaßner und Claus Grau betreuen die offenen Treffs und füllen sie mit Leben. Außerdem versuchen sie im Monat mindestens ein gemeindeübergreifendes Angebot anzubieten. „Sei das nun Sandboarden, Kanufahren oder ein Besuch in ein Museum. Wir versuchen breitgefächert alles abzudecken, sowohl sportlich als auch kulturell.“, so Claus Grau. Das Jugendhaus „Herz“ in Cadolzburg bietet ebenfalls viele Freizeitmöglichkeiten: eine Wii, Internetzugang, Kickertisch, Beamer, Brettspiele und natürlich viele Sofas, auf denen es sich die Jugendlichen gemütlich machen können. Die Jugendlichen, das sind Kinder ab zwölf bis hin zu jungen Erwachsenen mit 21 Jahren. „Früher kamen die Leute mit fünfzehn oder sechzehn. Heute nehmen wir auch mal Elfjährige mit“, so die Jugendpfleger.</p>
<p><strong>Was denkt die Jugend?</strong></p>
<p>Doch das ist nicht der einzige Wandel, der sich in den letzten Jahren im Jugendhaus vollzogen hat. <a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/bild-1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-513" title="Bild 1" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/bild-1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a>Mittlerweile kommen immer weniger Jugendliche, die Öffnungszeiten gehen folglich zurück. „Natürlich ändern Jugendlichen ihr Freizeitverhalten immer wieder!“, meint Claus Grau, „Aber in letzter Zeit haben wir verstärkt festgestellt, dass sie viel mehr das Internet nutzen und oft nur noch stundenlang vor ihrem PC abhängen.“ „Wir wüssten einfach gerne, was in den Köpfen der Jugendlichen vorgeht, die nicht ins Jugendhaus kommen“, fügt sein Kollege hinzu.</p>
<p><strong>Konsum statt Kontakte?</strong></p>
<p>Auch Michael Spiegel, 21, Vorsitzender des Jugendforums sagt: „Also was die ganz Jungen zur Zeit wollen, das weiß nicht mal ich!“ Er selbst verbrachte als Jugendlicher sehr viel Zeit im Jugendhaus, wurde mit seiner Clique dort quasi groß. „Wir haben eben einen Raum gesucht, wo wir uns treffen konnten. Weil zu Hause ist das doof. Ich denke, das ist auch heute der Hauptgrund, warum Leute ins Jugendhaus kommen.“ Bei Michael war es noch so, dass er einfach ins Jugendhaus ging. Entweder seine Kumpels waren dann da oder er hat sich mit den Jugendpflegern unterhalten. Und spätestens nach einer Viertelstunde tauchte ein Freund auf.</p>
<p>Aber das „gemütliche Beisammensein“ fällt heute immer öfter weg, so Thomas Gaßner: „Die Jugendlichen, gerade die Jüngeren, nutzen das Jugendhaus punktuell.“ Soll heißen: Sie kommen hier her um ins Internet zu gehen, zu chatten oder mit der Wii-Konsole zu spielen. Sind sie fertig, verschwinden sie wieder, meist ohne viele Worte mit den Jugendpflegern wechseln zu wollen. „Das ist reine Konsumhaltung“, bilanziert Claus Grau desillusioniert.</p>
<p>„Da frage ich mich, warum sie sich nicht gleich mit Freunden treffen? Schließlich sind Sozialkontakte doch ein Bedürfnis, das jeder Mensch hat.“, wundert sich auch Thomas Gaßner. Laut ihm sei es enorm schwierig, mit den Jüngeren ins Gespräch zu kommen: „Wir fragen nach, aber sie geben uns kaum Antworten. Eigentlich habe ich den Eindruck, als wüssten sie selbst gar nicht, was sie wollen!“</p>
<p>Aber es gibt auch Jugendliche, die durchaus wissen was sie wollen: nämlich gemeinsam Spaß haben, gemeinsam Sport machen, gemeinsame kleine Abenteuer erleben. Das ist zumindest bei der CVJM-Jugendgruppe „Taube Nüßchen“ der Fall. Winfried Schäfer, 46, gründete die Gruppe der fünf Jungs im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren nach einer Geburtstagsfeier seines Sohnes: „Ich dachte, das sind alles recht nette Jungs und es wäre doch schön, wenn sie die Möglichkeit hätten, sich auch außerhalb der Schule regelmäßig zu treffen.“ Außerdem war für Winfried Schäfer ausschlaggebend, dass er selbst, so sagt er, im CVJM aufgewachsen sei: „Ich hab mich dort immer sehr wohl gefühlt und wollte, dass auch mein Sohn dieses Miteinander erfährt.“</p>
<p>Winfried Schäfer findet nicht, dass die Jugendlichen heute ihre Freizeit beim CVJM wesentlich anders gestalten als früher. „Im Gegenteil. Die Kids haben alle schon mal Computer gespielt und festgestellt: das wird irgendwann langweilig. Daher sind sie an gemeinschaftlichen Aktivitäten wahnsinnig interessiert! Gerade wenn wir zusammen ins Schwimmbad gehen oder zelten sind sie total begeistert.“, erzählt Schäfer, „Bei uns war das auch nicht anders. Wir wollten als Jungen einfach mal ein bisschen Blödsinn machen, Spaß haben und von zu Hause rauskommen.“</p>
<p>Auch über eine rückläufige Zahl an Jugendlichen kann er sich nicht beschweren. Seine Gruppe sei relativ klein, weiß er, doch das läge nur daran, dass er sich persönlich nicht zu sehr belasten wolle. „Aber wenn die Jungs alle nochmal ihre Freunde abklappern würden, wären wir wahrscheinlich noch etliche mehr“, sagt er.</p>
<p>Allerdings sieht Winfried Schäfer ein ganz anderes Problem in den Strukturen des CVJM: es fehlt an Betreuer, vor allem jungen Betreuern. „Der Mangel an Mitarbeitern ist groß. Ich bin jetzt 46 und eigentlich aus dem Alter draußen. Trotzdem sind momentan die meisten Betreuer genauso alt. Wir haben keine Zwanzigjährigen, keine jungen Erwachsenen, die sich im CVJM engagieren.“, erklärt er. Schade sei das, immerhin wäre es für die Jugendlichen gut, mit Betreuern zu arbeiten, die nicht allzu viel älter sind, als sie selbst.</p>
<p>Gründe für die wenigen jungen Mitarbeiter gibt es einige – da ist sich Winfried Schäfer sicher. Zum einen hätte der CVJM es verpasst, die letzte Generation an Jugendlichen selbst für die Jugendarbeit zu motivieren. „Die Zwanzigjährigen haben den Einstieg nicht gefunden. Wir versuchen jetzt, die Kids an die Jugendarbeit heranzuführen. Aber natürlich wissen wir nicht genau, ob das auch funktionieren wird.“ Winfried Schäfer bemängelt, dass hier professionelle Hilfe fehlt. „Ich arbeite – wie viele andere auch – ehrenamtlich und fühle mich nicht wirklich fähig, hier junge Leute zu rekrutieren. Die bräuchten auch eine gewisse Grundausbildung, also Schulungen. Deswegen hätten wir die Unterstützung von Hauptamtlichen dringend nötig. Bei der Kirche funktioniert das auch gut!“</p>
<p><strong>Der Terminkalender ist zu voll</strong></p>
<p>Allerdings gibt es, laut Schäfer, auch noch ein anderes Problem: Die jungen Erwachsenen sind zu sehr im Stress, um sich beim CVJM als Betreuer zu engagieren. „Schon die Sechzehn- oder Achtzehnjährigen haben viel Schulstress. Dann gehen sie oft zum studieren in andere Städte, müssen auch hier hohe Leistungen erbringen und sich anschließend schleunigst um einen Job kümmern.“, meint Schäfer, „Da bleibt kaum Zeit für ehrenamtliches Engagement.“</p>
<p>Da stimmen die Jugendpfleger vom Jugendhaus „Herz“ in Cadolzburg dem CVJM-Leiter voll und ganz zu. Auch sie stellen immer wieder fest, dass die Jugend von heute terminlich ausgebucht ist. „Wenn die Schulbildung über die Hauptschule hinaus geht, haben die Leute kaum Zeit um ins Jugendhaus zu kommen“, erzählt Thomas Gaßner, „Ich habe selbst drei Söhne. Der Älteste ist siebzehn. Er sagt ganz klar: Ich gehe nicht ins Jugendhaus. Wenn ich schon mal Zeit habe, dann ruhe ich mich lieber aus!“ Ein Indiz dafür, dass die Jugend vollbeschäftigt ist: „Sie hängen auch nicht alle verstärkt auf der Straße oder bei typischen Treffpunkten rum.“, ergänzt Gaßner.</p>
<p>Sein Kollege Claus Grau beanstandet nicht nur, dass die Jugendlichen sich weniger treffen. Sie lassen sich auch nicht so leicht begeistern. „Den Jugendlichen fehlt es an politischer Motivation. Früher, vor vielleicht zwanzig Jahren, hatte jeder einen politischen Standpunkt. Menschenketten, die Grünen, das hat breite Teile der Jugend bewegt. Und heute?“</p>
<p><strong>Ein Schritt auf die Jugendlichen zu</strong></p>
<p>Heute ist es wichtig, dass sich die beiden Jugendpfleger neue Konzepte überlegen, wie sie die Jugendlichen erreichen – trotz der ganzen Schwierigkeiten. Die zwei geben zu, dass die Probleme an der persönlichen Motivation zehren. „Es ist Geduld angesagt, wenn wir jetzt öfter mit nur wenigen Leuten im Jugendhaus ausharren“, so Thomas Gaßner. Aber er ist sich auch sicher: „So viel Professionalität muss man auf Dauer schon haben, dass man das durchsteht und versucht, seine Arbeit neu zu gestalten. Probleme gibt es letztendlich in jedem Job!“</p>
<p>Ideen, um die Situation zu verbessern, haben Gaßner und Graus einige. Sie wollen verstärkt auf die Jugendlichen zugehen. „Wenn sie nicht zu uns kommen, kommen wir eben zu ihnen“, meint Thomas Gaßner. Das heißt, die Jugendpfleger gehen zu beliebten Treffpunkten von Jugendlichen, beginnen Gespräche mit ihnen und laden sie so persönlich ein, mal vorbei zu schauen. Auch Werbung machen sie mittlerweile professioneller, nicht mehr nur am Kopierer, sondern bunt, informativ, ansprechend. „Wir gehen zu den Kids hin und machen ihnen Angebote“, sagt Gaßner.</p>
<p>Gerade die Veranstaltungen außerhalb des Jugendhauses seien recht gut besucht. „Da kommen wir dann auch leichter an die Jugendlichen ran und können den ein oder anderen vielleicht dafür gewinnen, mal im Jugendhaus vorbei zu schauen“, erklärt Claus Grau. Außerdem versuchen die Jugendpfleger Jugendliche zusammenzuführen, also sich mit Vereinen und Verbänden zu vernetzen. So achten sie darauf, dass kein Überangebot besteht: „Also keine zwei Konzerte am gleichen Abend.“</p>
<p><strong>Eigeninitiative bringt Motivation</strong></p>
<p>„Das Wichtigste ist aber, dass die Jugendlichen das Programm selbst mitgestalten“, meint Michael Spiegel, der einundzwanzigjährige Vorsitzende des Jugendforums, „Es ist meistens so, dass die Jugendlichen Anstöße kriegen, aber die Hauptideen kommen von ihnen selbst!“ Er spricht aus Erfahrung. Und auch die beiden Jugendpfleger finden das enorm wichtig: Vor einiger Zeit veranstalteten sie zum Beispiel Highland-Games, nachdem eine Gruppe Jugendlicher gemeinsam den Film „Brave Heart“ angeschaut hatte. „Die Idee kam von den Kids. Sie haben das dann auch auf die Beine gestellt, motiviert bei der Organisation und Planung geholfen“, erzählt Thomas Gaßner. „Wenn die Vorschläge von den Jugendlichen kommen, das ist optimal, weil sie dann Bock drauf haben und mitmachen!“</p>
<p>„Jedenfalls verändert sich die Jugend so, wie sich auch die Gesellschaft verändert“, fügt Claus Grau nachdenklich hinzu. Genau aus diesem Grund werden sich sowohl die Jugendpfleger der Jugendpflege Süd, als auch der CVJM-Gruppenleiter Winfried Schäfer weiterhin für die Jugend einsetzen. Denn nur, wenn die Jugend von heute die Möglichkeit erhält, sich zu vernünftigen Erwachsenen zu entwickeln, hat die Jugend von morgen eine Chance.</p>
<p>Erschienen in: JUNA Jugend Nachrichten, Die Zeitschrift des Bayerischen Jugendrings, Ausgabe: 5-2009, Titelthema: &#8222;Jugendarbeit vor neuen Herausforderungen&#8220;</p>
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		<title>Der Letzte räumt die Erde auf</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 14:19:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Themen wie Umweltschutz und Klimawandel begegnen uns fast täglich – ob in der Politik oder in Werbekampagnen. Viele haben den grünen Trend aber schon wieder satt und wollen nicht über die Zukunft unseres Planeten nachdenken. Dazu regt jedoch der Disney-Pixar Animationsfilm „Wall-E“ an: kein alberner Kinderfilm, sondern eine finstere Zukunftsprognose, mit einem kleinen Funken Hoffnung.
Eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=506&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignleft" title=" ... Shift+R verbessert die Qualität dieses Bildes. CTRL+F5 lädt die ganze Seite neu." src="http://1.1.1.2/bmi/www.schekker.de/sites/default/files/imagecache/artikelbild_main/node_attached_images/schekkerartikel_buchtipp/Wall-e.jpg" alt="" width="196" height="276" />Themen wie Umweltschutz und Klimawandel begegnen uns fast täglich – ob in der Politik oder in Werbekampagnen. Viele haben den grünen Trend aber schon wieder satt und wollen nicht über die Zukunft unseres Planeten nachdenken. Dazu regt jedoch der Disney-Pixar Animationsfilm „Wall-E“ an: kein alberner Kinderfilm, sondern eine finstere Zukunftsprognose, mit einem kleinen Funken Hoffnung.</p>
<p><em>Eine Geschichte über die Zukunft der Erde. </em><em>Grafik: Walt Disney Company.</em></p>
<p><span id="more-506"></span></p>
<p>Die Erde im Jahr 2800: Der einst grüne Planet ist nur noch eine riesige Müllkippe. Der kleine Müll-Roboter Wall-E ist das letzte Überbleibsel der Menschen. Diese sind schon vor 700 Jahren ins All geflohen und verbringen seitdem ihr Leben auf einem gigantischen Vergnügungsraumschiff. Sie sind zu dicken, trägen Personen verkommen und können sich kaum mehr an die Erde erinnern. Dort verbringt Wall-E jedoch seit jeher seinen Alltag damit, den Müll wegzuräumen. Doch der kleine Blech-Kamerad ist kein gefühlloser Arbeitsdruide. Er hat eine Persönlichkeit entwickelt, die vor Neugier und Lernbegierde nur so strotzt. Sein spärliches Domizil hat er mit allerhand liebevoll gesammelten Fundstücken dekoriert und er sieht sich abends immer wieder alte Videofilme an. Nur eine Kakerlake leistet ihm Gesellschaft.</p>
<p><strong>Zwei Roboter wollen die Menschen zur Vernunft bringen</strong></p>
<p>Eines Tages wird Roboter-Dame Eve mit einer Mission zur Erde gesandt: Sie soll heraus finden, ob dort wieder Leben möglich ist. Dies scheint durch eine kleine Pflanze bestätigt, die Wall-E bei seiner täglichen Arbeit gefunden hatte. Er verliebt sich in Eve, doch diese wird schon bald zurück zum Raumschiff geholt. Um sie nicht zu verlieren, hängt sich Wall-E an die Rakete und stürzt sich ins Abenteuer: Zusammen mit Eve muss er den Menschen klar machen, dass es an der Zeit ist, nach Hause zu kehren und Verantwortung für ihren Planeten zu übernehmen.</p>
<p><strong>Ein Blechkasten mit großen Gefühlen</strong></p>
<p>Der Film „Wall-E“ zeichnet ein sehr trauriges Bild der Zukunft: Die Erde ist ein verwahrloster Planet und die Menschen haben den Blick für das Wesentliche längst verloren. Zu Beginn wird im Film kaum gesprochen, doch das ist gar nicht nötig: Die Bilder sagen mehr als tausend Worte, denn sie beschreiben ein mögliches Ende der Erde. Doch zumindest im Film entdecken die Menschen das Leben wieder. Eine rührende Geschichte über die Erde und einen kleinen Blechkasten &#8211; mit ganz großen Gefühlen.</p>
<p>Erschienen auf: <a href="http://www.schekker.de/" target="_blank">schekker.de</a></p>
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		<title>Berufung statt nur Beruf</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 14:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Pfarrer: ein älterer Herr, eben ein konservativer Prediger, der ständig nur in der Kirche sitzt – das ist nicht gerade der Traumjob von Jugendlichen. Doch dieses Bild entspricht kaum der Realität. Der evangelische Pfarrer Martin Irmer, 31, ist jung, dynamisch und hat schon ziemlich viel von der Welt gesehen.
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Schnell kommt er mit seinem Fahrrad um [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=498&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/pfarrer-martin-irmer.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-500" title="Pfarrer Martin Irmer" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/pfarrer-martin-irmer.jpg?w=199&#038;h=300" alt="" width="199" height="300" /></a>Pfarrer: ein älterer Herr, eben ein konservativer Prediger, der ständig nur in der Kirche sitzt – das ist nicht gerade der Traumjob von Jugendlichen. Doch dieses Bild entspricht kaum der Realität. Der evangelische Pfarrer Martin Irmer, 31, ist jung, dynamisch und hat schon ziemlich viel von der Welt gesehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><span id="more-498"></span></p>
<p>Schnell kommt er mit seinem Fahrrad um die Ecke gesaust, stoppt und nimmt den Helm ab. Lächelnd wünscht er Passanten einen wunderschönen guten Morgen und wirft sich dann eilig sein Pfarrgewandt über. Es ist Zeit für den allsonntäglichen Gottesdienst. „Aber eigentlich ist mein Alltag von Zufälligkeiten geprägt, denn nach Plan wird weder geboren noch gestorben“, sagt Martin Irmer, Pfarrer zur Anstellung in der Kleinstadt Neustadt an der Aisch. Er ist 31 Jahre alt, hat eine kleine Tochter und studierte Theologie, unter anderem in Neuendettelsau, in Erlangen, im Wuppertal – und zwei Semester in Kingston, Jamaica.</p>
<p>Sein Theologiestudium hatte Martin Irmer aus reinem Interesse begonnen. Pfarrer wollte er zu Beginn keineswegs werden. „Als Diplomtheologe kann man viel machen, zum Beispiel bei den Vereinten Nationen arbeiten – oder Staubsauger verkaufen. Es heißt nämlich immer, ein Theologe kann einem alles aufquatschen“, erzählt er schmunzelnd. Im Theologiestudium lernte er vieles, von Literaturgeschichte, über Glaubenslehre bis hin zu Religions- und Missionswissenschaften. Sieben Jahre kann, laut Martin Irmer, das Studium schon dauern: „Es ginge auch kürzer. Aber man nimmt sich selbst viel, weil man weniger Denkrichtungen kennenlernt. Studiert man kürzer liest man quasi nur die Überschriften und nicht die Bücher dazu, geschweige denn, dass man die Menschen dazu trifft!“</p>
<p><strong>Theologiestudium hinter Stacheldraht</strong></p>
<p><a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/kreuz1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-501" title="Kreuz1" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/kreuz1.jpg?w=199&#038;h=300" alt="" width="199" height="300" /></a>In seinem Studium hat sich Martin Irmer intensiv mit afrikanischen Religionen und afrikanischem Christentum beschäftigt. Bald stand für ihn fest: er wollte selbst Erfahrungen im Ausland sammeln. Die Insel Jamaika bot sich an, weil sie zum einen afrikanisch, aber auch latein- und nordamerikanisch geprägt ist. „Außerdem konnte ich dort auf Englisch studieren, ein klarer Vorteil, dachte ich zumindest. Mein Schulenglisch bedurfte aber noch einer Generalsanierung!“, so der junge Pfarrer. Jamaika hatte für Martin Irmer Pioniercharakter. Soweit er weiß, war er der erste deutsche evangelische Theologiestudent, der auf der Karibik-Insel studierte. „Von Urlaubsstimmung habe ich nichts mitgekriegt!“, meint er bestimmt, „Ich musste hinter Stacheldraht wohnen, habe nachts Schüsse gehört und konnte abends nicht mehr frei durch die Straßen schlendern. Das war am Anfang sehr hart!“</p>
<p>Sein Auslandsaufenthalt in Jamaika war nicht seine einzige außergewöhnliche Aktion. Während der Semesterferien zog es ihn doch noch ganz nach Afrika. Ein paar Wochen absolvierte er ein Praktikum in einer Bibelschule in Tansania am Kilimandscharo. „Ich lernte Suaheli und kam das erste Mal mit Halbnomaden, den Massai, in Kontakt“, erzählt er mit strahlenden Augen, „Die Erlebnisse dort haben mich bestärkt, Pfarrer zu werden und gleichzeitig die Kirche global zu denken.“</p>
<p><strong>Wohnort? Irgendwo …</strong></p>
<p>Nach dem Studium musste er – ähnlich wie angehende Schullehrer ein Referendariat – sein Vikariat machen, das zweieinhalb Jahre dauert. Jetzt ist er für drei bis fünf Jahre Pfarrer zur Anstellung, also im Probedienst und noch nicht verbeamtet. Danach wird er Pfarrer auf Lebenszeit und er bekommt die „Bewerbungsfähigkeit“ verliehen, denn bis jetzt konnte er sich seinen Wohnort nie selbst aussuchen: „Da musste ich flexibel sein. Gerade wurde ich nach Neustadt an der Aisch gesendet. Aber die Gemeinden, in denen ich eingesetzt werde, begrenzen sich auf das Bundesland. Also war klar, dass ich in Bayern bleibe, eben irgendwo zwischen Garmisch und Hof oder in den kleinen Dörfer außen herum.“</p>
<p><a href="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/kirche3.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-502" title="Kirche3" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/kirche3.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a>Als Pfarrer hat Martin Irmer jedenfalls viel mehr Aufgaben, als nur Gottesdienste vorzubereiten. „Ich richte mich nach den Lebensereignissen der Menschen, von Taufe bis zum Tod, von Lebensberatung bis zu Geburtstagen, Hochzeiten und Konfirmationen“, erzählt er. Außerdem verbringt Martin Irmer viel Zeit mit seelsorgerischen Diensten und Beratungsgesprächen. Vor kurzem hat er auch die Leitung zweier Kindergärten übernommen. Schulunterricht gibt er auch noch: „Das ist mir wichtig, um auch mit den jüngeren Generationen über den Glauben und das Leben zu sprechen – was man nicht voneinander trennen kann!“</p>
<p><strong>Eine gewisse Weltoffenheit</strong></p>
<p>Überhaupt ist für ihn der Kontakt zu Menschen das Wichtigste in seinem Beruf.  „Ich möchte für jeden ein offenes Ohr haben“, so Martin Irmer. Deshalb ist er sich auch sicher: Wer lieber den ganzen Tag mit Akten zu tun hat, sollte kein Pfarrer werden. Allerdings kann seine Arbeit schon auch mal einsam sein, zum Beispiel, wenn er über einem neuen Predigttext am Schreibtisch brütet. „Ich will nicht irgendetwas erzählen, was mir gefällt. Sondern es soll zur richtigen Zeit am richtigen Ort passen.“ Für ihn ist es nicht das Wichtigste, dass die Predigt den Kirchgängern gefällt: „Natürlich freue ich mich, wenn ich für eine Predigt Lob bekomme. Aber manchmal ist es auch schlecht, wenn eine Predigt gefällt – nämlich dann, wenn sie aufrütteln und die Menschen zum Nachdenken bringen soll!“ Aber, dafür dass der entscheidende Funke überspringe, da verließe er sich ganz auf den Geist Gottes, so Irmer.</p>
<p>Natürlich geht es ihm wie jedem anderen Berufstätigen auch: manchmal nervt der Job. „Aber das Schöne ist, dass es für mich nicht nur ein Beruf, ein Job ist, sondern vielmehr eine Berufung. Das Anliegen, die frohe Botschaft zu verbreiten, treibt mich immer wieder vorwärts!“</p>
<p>Vorwärts will er auf jeden Fall noch. Längerfristig hat Martin Irmer den Wunsch, wieder ins Ausland zu gehen. Er und seine Familie wollen die Beziehungen der Menschen nicht nur in einem Dorf sehen, sondern in einem weltweiten Kontext.</p>
<p>Erschienen auf: <a href="http://www.schekker.de/" target="_blank">schekker.de</a></p>
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		<title>Eine Woche auf der Insel</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 10:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was alles auf Abi-Fahrt in Dublin passierte… „When I die Dublin will be written in my heart!” Das sagte der irische Schriftsteller James Joyce zu Lebzeiten über seine Heimatstadt. Am 26. September 2009 saßen auch wir – vierzehn Schüler der K13 – und unsere beiden Betreuungslehrer Herr Spiegel und Herr Schmidt im Flugzeug nach Dublin [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=485&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><em><img class="alignleft size-medium wp-image-488" title="Gruppenfoto am Meer" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/gruppenfoto-am-meer2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Gruppenfoto am Meer" width="300" height="225" />Was alles auf Abi-Fahrt in Dublin passierte… </em>„When I die Dublin will be written in my heart!” Das sagte der irische Schriftsteller James Joyce zu Lebzeiten über seine Heimatstadt. Am 26. September 2009 saßen auch wir – vierzehn Schüler der K13 – und unsere beiden Betreuungslehrer Herr Spiegel und Herr Schmidt im Flugzeug nach Dublin auf dem Weg zu unserer Abitur-Fahrt. <span id="more-485"></span></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-490" title="Lehrer mit James Joyce" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/lehrer-mit-james-joyce.jpg?w=225&#038;h=300" alt="Lehrer mit James Joyce" width="225" height="300" />Ganz ehrlich: James Joyce Leidenschaft für Dublin hin oder her, wir hatten keine Ahnung, was uns erwarten würde. Irland ist nicht gerade das angesagteste Reiseziel, noch hatten wir im deutschen Alltag allzu viel darüber gehört. Ein paar Klischees geisterten natürlich schon in unseren Köpfen herum: Lauter Iren und Irinnen mit roten Haaren oder eine romantische Landschaft wie im irischen Roman „P.S. Ich liebe Dich“ um nur einige Beispiele zu nennen. Aber viele von uns waren sich einig: wir fahren auf Abi-Fahrt nach Dublin, gerade weil es eine Stadt ist, in die man sonst nicht so oft reist!</p>
<p><strong>Darf ich vorstellen? Dublin … </strong></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-491" title="Dublin2" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/dublin2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Dublin2" width="300" height="225" />Am Samstagabend kamen wir in Irlands Hauptstadt an und checkten sogleich in unser Hostel, das Jacob’s Inn, ein. Erstmals richtig in Kontakt mit Dublin kamen wir am Sonntag. Auf unserem Programm stand „Erkundung der näheren Umgebung“ und „Stadtrundgang“. Also fanden wir uns schon bald an der Uferpromenade der Liffey und spazierten gemütlich Richtung Innenstadt. Erstes großes Hindernis: der Linksverkehr! <img class="alignright size-medium wp-image-492" title="Lehrer in Aktion" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/lehrer-in-aktion.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Lehrer in Aktion" width="300" height="225" />Kein Wunder, dass wir es alle stets vorzogen über die grünen Ampeln zu gehen, anstatt ausversehen von einem „falschrum fahrenden“ Auto erwischt zu werden. Wir bahnten uns also unseren Weg durch die irische Stadt, vorbei an der Christ Church Cathedral, rein in The Liberties, das ehemalige Arbeiterviertel Dublins. Die kleinen, fast schon drolligen, Backsteinhäuser heißen „Two-ups-two-downs“, wie uns die Lehrer erklärten, da sie oben und unten nur aus je zwei Zimmern bestehen. Etwas später sollten wir feststellen, dass aber selbst diese vergleichsweise winzigen Häuschen verdammt teuer waren: 600.000 Euro – wer soll sich das schon leisten können?</p>
<p>Teuer ist in Dublin überhaupt vieles. Im abendlichen Ausgehviertel Temple Bar kostet das Pint teilweise über sechs Euro, ein Sandwich im Supermarkt um die Ecke vier Euro. Uns ist klar: für das Auslandssemester in Dublin sollten wir vielleicht schon mal anfangen zu sparen!</p>
<p><strong>Natur pur statt Großstadtflair</strong></p>
<p>Von Dublin hatten wir also einen ersten Eindruck. Aber bis jetzt hatten wir noch nie Irland von seiner naturbelassenen Seite gesehen. Genau deshalb machten wir uns auf den Weg zur Hafenstadt Dùn Laoghaire und von dort aus zum Dalkey Hill, einen der unzähligen grünen Hügel des Landes. Nach ein paar Höhenmetern waren wir wie fasziniert: Von Dalkey Hill blickten wir über die idyllische irische Landschaft, eine große Bucht und die etwas raue irische See.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-493" title="cliff-walk" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/cliff-walk.jpg?w=300&#038;h=225" alt="cliff-walk" width="300" height="225" />Noch idyllischer sollte es gleich am nächsten Tag werden: diesmal brachte uns ein Bus von Dublin aus nach Howth, einer Halbinsel vor der Stadt. Nach einem kurzen Fußmarsch erblickten wir das erste Schild: „Warning. Dangerous Cliffs.“ Von nun an war Schluss mit geteertem Weg und gemütlichem dahin laufen, denn jetzt begann der Cliff-Walk. Im Gänsemarsch trapsten wir um die Halbinsel, den einen Hügel hoch, den nächsten wieder runter und zwischen drin immer wieder kleine Pausen, um die herrliche Aussicht zu genießen. Die frische Meeresluft wehte uns um die Nase und sogar ein Seehund lugte für ein paar Sekunden neugierig aus dem Wasser. Doch der lange Marsch zehrte mehr an unseren Kräften, als wir es am Anfang für möglich gehalten hätten. So energiegeladen wie wir die ersten Kilometer auch gelaufen waren: der letzte Anstieg, der uns zurück bringen sollte, war wirklich anstrengend. Elf, zwölf – fast komplett! Mit rotglühenden Backen und leicht außer Puste stolperte letztendlich einer nach dem anderen wieder raus aus der Natur, auf die Straßen von Howth. Erst jetzt erfuhren wir, dass wir gute zehn Kilometer um die Halbinsel gelaufen waren. Schon ein bisschen stolz und wahrhaft beeindruckt von der irischen Landschaft, wich auch bald das Gejammer über Plattfüße und Müdigkeit einer gewissen Wander-Begeisterung.</p>
<p><strong>Viel dazu gelernt!</strong></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-494" title="Gruppenfoto in Dublin" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/11/gruppenfoto-in-dublin.jpg?w=300&#038;h=281" alt="Gruppenfoto in Dublin" width="300" height="281" />Zurück in Dublin ging es erst ins Writers Museum – wo wir unter anderem James Joyce und seine Werke näher kennen lernten – dann ins Kilmainhaim Gaol, ein ehemaliges Gefängnis und letztendlich ins Trinity College, die Universität von Dublin. Außerdem besuchten wir das General Post Office, den Schauplatz des Osteraufstand 1916. Einen Aufstand kleinerer Art erlebten wir in Dublin selbst: Überall hingen Plakate zur Abstimmung über den Lissabonner Vertrag, in den Fußgängerzonen drückten einem Aktivisten Flyer in die Hand und hier und da wurde sogar demonstriert!</p>
<p>Neben der Kultur blieb natürlich auch noch genug Zeit, shoppen zu gehen oder sich mit typisch irischen Schokomuffins zu verköstigen. Abends gingen wir hingegen zur Abwechslung schon mal asiatisch essen, um danach die Treppen zu den sehr irischen Pubs mit Livemusik zu erklimmen.</p>
<p>Natürlich ging die Woche – wie hätte es auch anders sein sollen – viel zu schnell vorüber. Am Freitag spazierten wir vorerst zum letzten Mal durch Dublins Straßen. Schon faszinierend, wie viel wir in nur sieben Tagen dazu gelernt hatten. Denn wenn uns jetzt jemand begegnen sollte, der sagt „Dublin? Davon weiß ich ja gar nichts!“ könnten wir alle einstimmig rufen: „Frag mich!“ Außerdem können wir James Joyce nun ein bisschen Recht geben: Zurück im Schulalltag werden wir noch ganz oft an Dublin denken. Und der ein oder andere hegt schon Pläne, nach dem Abitur mal wieder nach Irland zu fahren – auch wenn es eigentlich kein typisches Ferienziel ist.</p>
<p>Erschienen auf der Homepage des Helene-Lange-Gymnasiums Fürth: <a href="http://www.helene-lange-gymnasium-fuerth.de/" target="_blank">helene-lange-gymnasium-fuerth.de</a></p>
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			<media:title type="html">Lehrer mit James Joyce</media:title>
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			<media:title type="html">Dublin2</media:title>
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			<media:title type="html">Lehrer in Aktion</media:title>
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			<media:title type="html">cliff-walk</media:title>
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			<media:title type="html">Gruppenfoto in Dublin</media:title>
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	</item>
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		<title>Schreiben ist Leben. Technik aber auch!</title>
		<link>http://jenniferhertlein.wordpress.com/2009/09/21/schreiben-ist-leben-technik-aber-auch/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 12:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedes Jahr veranstalten Siemens und der ZVEI den Wettbewerb Technikjournalismus für Schüler und Studenten. Als langjährige Gewinnerin saß ich nun selbst in der Jury und durfte die eingereichten Beiträge bewerten. Am Freitag, den 18.09.2009 wurden in der Siemens-Niederlassung in Hannover die Sieger gekürt. Auch ich durfte ein paar Worte an die Preisträger richten. Hier meine Rede über Schreiben, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=468&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><em>Jedes Jahr veranstalten Siemens und der ZVEI den Wettbewerb Technikjournalismus für Schüler und Studenten. Als langjährige Gewinnerin saß ich nun selbst in der Jury und durfte die eingereichten Beiträge bewerten. Am Freitag, den 18.09.2009 wurden in der Siemens-Niederlassung in Hannover die Sieger gekürt. Auch ich durfte ein paar Worte an die Preisträger richten. Hier meine Rede über Schreiben, Technik und Leben.</em><span id="more-468"></span></p>
<p>Hallo alle zusammen!</p>
<p>Schreiben und Technik, das passt doch gar nicht zusammen! Ganz ehrlich, das war mein Gedanke, als ich das aller erste Mal vom Wettbewerb Technikjournalismus hörte. Doch meine Neugier war geweckt.</p>
<p>Das ist jetzt etwas mehr als zwei Jahre her – und heute finde ich, dass Technik und Journalismus sogar sehr gut zusammen passen. Wie es dazu kam? Ich habe es ausprobiert!</p>
<p>Damals arbeitete ich als Chefredakteurin engagiert für meine Schülerzeitung. Ich hatte daher im Artikel schreiben schon ein bisschen Erfahrung. Also wollte ich auf jeden Fall an dem Journalismus Wettbewerb teilnehmen – und sah die Technik darin bald als besondere Herausforderung!</p>
<p>Bei meinem ersten Besuch auf der SPS/IPC/Drives Technik Messe in Nürnberg war meine Begeisterung auch ganz schnell geweckt: überall neue technische Errungenschaften, die unser Leben komfortabler machen. Ich dachte mir: Davon muss die Welt doch erfahren! Und Technik zu verstehen, ist auch gar nicht schwer, denn dazu muss man nur nachfragen – und was kann ein Journalist schon besser als das!</p>
<p>In den letzten beiden Jahren belegte ich selbst einmal den zweiten und einmal den ersten Platz beim Wettbewerb. Darüber hatte ich mich wahnsinnig gefreut! Seitdem hat sich auch in meiner journalistischen Laufbahn viel getan: ich engagiere mich mittlerweile bei der Jungen Presse Bayern, schreibe für Lokalzeitungen, Jugendonlinezeitschriften und auch  einige bekanntere Medien, wie Spiegel-Online. Dafür gab mir unter anderem auch der Technikjournalismus Wettbewerb die nötige Motivation!</p>
<p>Umso mehr freue ich mich heute – als Jurymitglied – hier in so viele gespannte Gesichter zu blicken. Eure Artikel auszuwerten hat mir riesig Spaß gemacht. Viele Texte waren richtig gut. Die strotzten nur so vor Begeisterung. Also vor dieser Begeisterung, die man zwischen den Zeilen findet. Eine Begeisterung auf der einen Seite für das Schreiben, das Ausformulieren. Und – vor allem – für den Wunsch, dem Leser ein bestimmtes Thema näher zu bringen. Und eine Begeisterung auf der anderen Seite für die Technik … wie bestimmte Geräte funktionieren, was sie besonders macht und warum sie so wichtig für uns sind.</p>
<p>Doch das Beste an jedem einzelnen Artikel von Euch ist: Es zeigt, dass Ihr Menschen seid, die sich nicht nur für sich selbst interessieren, sondern auch für das, was in ihrer Umwelt passiert. Und unsere Umwelt ist heutzutage eben geprägt von Technik! Diese Neugier, dieses Interesse zeichnet Journalisten aus. Aber auch Techniker. Denn auch sie denken nicht nur an sich, sondern daran, wie sie den Alltag ihrer Mitmenschen durch neue Erfindungen angenehmer gestalten können. Und genau deshalb passen Technik und Journalismus so gut zusammen!</p>
<p>Schreiben, das bedeutet für mich Leben, weil ich damit über das Leben berichte. Ich kann andere auf etwas aufmerksam machen, das ich wichtig finde. Aber Technik, das bedeutet für mich auch Leben. Denn Worte alleine nützen nichts. Es braucht Menschen, die aktiv versuchen unsere Welt durch Technik zu verbessern. Mein Fazit: Techniker und Journalisten – das sind beide kleine Weltverbesserer, jeder für sich. Und wenn wir beides vereinen, bin ich mir sicher, können wir in Zukunft noch ganz viel erreichen!</p>
<p> Vielen Dank.</p>
<p>Jennifer Hertlein</p>
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	</item>
		<item>
		<title>„Von was träume ich?“</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 16:24:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Redakteur der Süddeutschen Zeitung plaudert aus dem Nähkästchen
 Im Oktober 1987 begann Sebastian Beck eine freie Mitarbeit bei der Süddeutschen Zeitung. Heute ist er Redakteur im Ressort Innenpolitik und hat ein Büro im 24. Stock mit Blick über München. Er weiß: Wenn Schülerzeitungsredakteure merken, dass es sie begeistert, ihre Nase in Angelegenheiten anderer Menschen zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=475&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-476" title="Interview Redakteur Sueddeutsche Sebastian Beck" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/09/interview-redakteur-sueddeutsche-sebastian-beck.jpg?w=210&#038;h=162" alt="Interview Redakteur Sueddeutsche Sebastian Beck" width="210" height="162" />Ein Redakteur der Süddeutschen Zeitung plaudert aus dem Nähkästchen</strong></p>
<p> <em>Im Oktober 1987 begann Sebastian Beck eine freie Mitarbeit bei der Süddeutschen Zeitung. Heute ist er Redakteur im Ressort Innenpolitik und hat ein Büro im 24. Stock mit Blick über München. Er weiß: Wenn Schülerzeitungsredakteure merken, dass es sie begeistert, ihre Nase in Angelegenheiten anderer Menschen zu stecken, dann sind sie auf dem richtigen Weg. Ein Interview über Berufschancen und Träume.<span id="more-475"></span></em><em>Herr Beck, haben Sie auch mal klein in der Schülerzeitung angefangen?</em></p>
<p>Das habe ich tatsächlich! Ende der 70er Jahre habe ich meinen ersten Artikel als Schülerzeitungsredakteur verbrochen. Doch nach meinem Abitur mit einer recht schlechten Note in Deutsch, wusste ich nicht, was ich machen soll. Ich studierte Chemie, begann dann ein Journalistik Studium in Eichstätt. Dort war aber tote Hose und ich hatte nicht vor, nur für das Bistumsblatt zu schreiben. So bin ich an die Uni in München gewechselt. Journalismus passt zu mir, da ich von Haus aus ein sehr neugieriger Mensch bin, mich für alles Mögliche interessiere!</p>
<p><em>Die Schülerzeitungsredakteure haben viel Engagement und Begeisterung in ihre Zeitungen gesteckt. Was aber fasziniert Sie am Journalismus?</em></p>
<p>Was mich auch nach 20 Jahren noch wahnsinnig fasziniert, ist die Möglichkeit, in die verschiedensten Bereiche des Lebens zu schnuppern. Es ist unglaublich, was sich für Türen öffnen, wenn ich anrufe und sage, ich bin von der Süddeutschen und will über jemanden schreiben. Da lernt man die kuriosesten Menschen kennen! So eine Chance gibt es in keinem anderen Job.</p>
<p><em>Als Redakteur in der Schülerzeitung haben viele noch diesen „Weltverbesserungsdrang“. Denken Sie trotz langer Berufserfahrung die Welt mit ihren Texten verbessern zu können?</em></p>
<p>Ich hab im Laufe der Jahre festgestellt, dass Artikel tatsächlich eine Wirkung haben. Als Landtagskorrespondent hatte ich erlebt, dass die Politiker auf unsere Berichterstattung regelrecht fixiert sind. Wir thematisierten oft Dinge, über die nur auf dem Gang gesprochen wurde. Wenn die Politiker diese Themen am nächsten Tag in der Zeitung lesen, dann gewinnen politische Prozesse eine ganz andere Dynamik.</p>
<p><em>Sie selbst waren schon Ressortleiter im Bayernteil. Braucht ein guter Journalist mehr als nur Talent zum Schreiben?</em></p>
<p>Ressortleiter ist ein ganz anderer Job. Die Personalverantwortung hat zunächst wenig mit Journalismus zu tun. Das muss jeder erst lernen! Ich musste darauf verzichten, immer selbst im Blatt zu sein, sondern dafür sorgen, dass andere sich entwickeln können. Es geht um Konflikte im Team, um Arbeitsabläufe, um Planung und Strukturen. Das ist eine anspruchsvolle und reizvolle Aufgabe. Aber wer ein guter Autor ist, ist noch lange kein guter Ressortleiter!</p>
<p><em>Schülerzeitungsredaktionen können chaotisch sein. Aber geht es im Alltagsleben eines waschechten Journalisten wirklich anders zu?</em></p>
<p>Journalismus ist eine gute Mischung aus Spontanität und Planung. Wir brauchen sehr wohl geregelte Prozesse zur Themenfindung und Aufgabenverteilung. Aber wir müssen flexibel genug sein um schnell  auf tagesaktuelle Ereignisse reagieren zu können. Daher ist der Journalismus teils anarchisch und nicht planbar. Das liegt in seiner Natur.</p>
<p><em>Manche Schülerzeitungsredakteure träumen vielleicht davon, später einmal für die Süddeutsche zu schreiben. Wovon träumen Sie?</em></p>
<p>Wovon träume ich? Am Anfang hatte ich diesen Traum, was ich werden will. Jetzt sind die Träume einer realistischen Einschätzung gewichen, was  mit meinen Fähigkeiten noch möglich ist. Da kann ich mir vieles vorstellen! Sowohl Reporter, als auch Ressortleiter. Seit einigen Jahren arbeite ich nebenbei auch als Coach für Kommunikationstraining. Mich interessieren Aspekte der Zusammenarbeit: wie gehen Menschen miteinander um, wie funktionieren Teams, wie laufen Konflikte ab. Vor 20 Jahren hätte ich nie gedacht,  dass mir das wichtig sein könnte. Deshalb sehe ich rückblickend, dass die eigenen Träume sich stets weiterentwickeln!</p>
<p>Erschienen in: Der Dokumentation zum Bayerischen Schülerzeitungspreis 2008/2009. Der Wettbewerb wurde vom bayerischen Kultusministerium der Süddeutschen Zeitung und der HypoVereinsbank veranstaltet. Die Junge Presse Bayern erstellte die Dokumentation.</p>
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			<media:title type="html">Interview Redakteur Sueddeutsche Sebastian Beck</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Hanne, 18, trifft zum ersten Mal in ihrem Leben ihren Vater</title>
		<link>http://jenniferhertlein.wordpress.com/2009/09/13/hanne-18-trifft-zum-ersten-mal-in-ihrem-leben-ihren-vater/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 11:20:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Mann, den sie heute „Papa“ nennt, kannte Hannelore Gabor 18 Jahre lang nicht. Als sie eine Adresse wusste, setzte die Schülerin auf den Überraschungseffekt: Sie fuhr nach Österreich und wartete mit flauen Gefühl im Bauch vor dem Haus einer wildfremden Familie.
„Mein größter Wunsch war es einmal in meinem Leben meinen Vater zu treffen. Ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=461&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignleft size-medium wp-image-463" title="Hanne7" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/09/hanne7.jpg?w=276&#038;h=181" alt="Hanne7" width="276" height="181" />Den Mann, den sie heute „Papa“ nennt, kannte Hannelore Gabor 18 Jahre lang nicht. Als sie eine Adresse wusste, setzte die Schülerin auf den Überraschungseffekt: Sie fuhr nach Österreich und wartete mit flauen Gefühl im Bauch vor dem Haus einer wildfremden Familie.<span id="more-461"></span></p>
<p>„Mein größter Wunsch war es einmal in meinem Leben meinen Vater zu treffen. Ich hatte nie gehofft, längerfristig Kontakt mit ihm zu haben, hatte gedacht, dass er mich vielleicht gar nicht haben will. Aber ich wollte ihn definitiv einmal in meinem Leben sehen! Das war mir schon immer wahnsinnig wichtig!</p>
<p>Meine Mutter und mein Vater lernten sich kennen, als sie beide aus Rumänien nach Österreich geflohen waren. In Rumänien herrschten schreckliche Zustände und sie wollten beide weg. Mein Vater hatte schon damals eine Frau und Kinder – trotzdem verliebten sie sich. Doch dann erhielt meine Mutter die Chance weiter nach Deutschland zu ziehen, während mein Vater vorerst in Österreich bleiben musste. So trennten sich also ihre Wege. Wochen später rief meine Mutter noch einmal bei ihm an, sagte ihm, dass sie schwanger sei. „Mach das Beste daraus!“, meinte er, wohl mit der Hoffnung, ihr eines Tages nach Deutschland folgen zu können. Doch danach riss der Kontakt zwischen meinen Eltern komplett ab. Meine Mutter wusste nicht, ob mein Vater in Österreich geblieben war oder gar nach Rumänien zurück gekehrt sei. Er hingegen wusste nicht, ob sie mich, ihr gemeinsames Kind, überhaupt bekommen hatte.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-464" title="Hanne5" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/09/hanne5.jpg?w=300&#038;h=219" alt="Hanne5" width="300" height="219" />Doch das hatte sie und ich war es gewohnt ohne Vater aufzuwachsen. Mir hat auch nichts gefehlt, aber trotzdem war da immer dieser Gedanke, dass ich ihn eines Tages gerne treffen würde. Meine Mutter war damit einverstanden. Gemeinsam suchten wir eine lange Zeit über das Internet, doch von meinem Vater gab es keine Spur. Eine Freundin meiner Mutter stieß letztes Jahr eher zufällig auf seine Adresse – er wohnte noch in Österreich. Als plötzlich ganz reell die Möglichkeit bestand, ihn kennenzulernen, war mir sofort klar, dass ich zu ihm fahren würde! Ich wusste, dass er eine andere Familie hat und dachte daher, dass er mich nicht akzeptieren würde. Aber wie gesagt: ich wollte ihn nur einmal sehen, koste es was es wolle!</p>
<p>Also bequatschte ich meine Tante, sie solle mit mir zu ihm fahren. Doch sie war skeptisch. Ich könne nicht einfach bei ihm auftauchen, ich wüsste gar nicht wie er oder seine Frau reagieren würden. Sie wollte einen Brief schreiben. Mir war das zu unpersönlich. Wir einigten uns darauf, dass wir nach Österreich fahren würden und sie ihm den Brief übergeben würde. Nicht mehr und nicht weniger. In dem Brief schilderten wir die Geschichte, erklärten ihm, wer ich war.</p>
<p>In den Herbstferien war es dann so weit: Zu zweit setzten wir uns ins Auto und fuhren los ins Ungewisse. Stunden später kamen wir an, mieteten uns ein Zimmer in einem Gasthof und fuhren zu seinem Haus. Er war nicht da. Also warteten wir. Jedes Mal wenn ein Auto anhielt und jemand ausstieg, klopfte mein Herz bis zum Hals. Doch nie war es er, der nach Hause kam. Als es langsam dunkel wurde, sagte meine Tante, es sei an der Zeit, zurück zu fahren. „Okay, lass uns nur noch schauen, wer in dem Auto sitzt, das da kommt!“, bettelte ich. Und tatsächlich: der Mann der aus dem Auto stieg, ging zu dem Haus, in dem mein Vater wohnte. Ich hatte nur noch einen Gedanken: Ist er das?</p>
<p>Meine Tante stieg aus, ging zu ihm, gab ihm kurzerhand den Brief. Dann kam sie zurück ins Auto und bestätigte mir, dass er es war. Neugierig beobachtete ich ihn. Auf einmal kam er im Stechschritt auf unser Auto zu, irgendwie sah er ärgerlich aus und ich bekam es ein wenig mit der Angst. Wie würde er jetzt reagieren? Meinte Tante stieg nochmal aus und er fragte, ob ich das im Auto sei. Er wollte, dass ich aussteige. Langsam öffnete ich also die Tür und ging ums Auto herum und blickte zum ersten Mal dem Mann in die Augen, der mein Vater ist. Seine Züge wurden weicher, er lächelte und nahm meine Hände in seine. War ich erleichtert! Er sagte, dass es ihm Leid täte, dass er mich erst jetzt kennenlernte. Aber er hatte nie gewusst, wie und wo er mich finden sollte. Und er sagte: „Ich hab dich lieb!“ Dann lagen wir uns weinend in den Armen. Ich war so glücklich!</p>
<p>Am Tag darauf trafen wir ihn in dem Gasthof, in dem wir für ein paar Tage wohnten. Eigentlich dachte ich, wir hätten uns nach 18 Jahren wahnsinnig viel zu erzählen, doch anfangs wussten wir beide gar nicht, was wir sagen sollen. Mit der Zeit entdeckten wir aber, dass das schon eine von vielen Gemeinsamkeiten war: wir sind eben beide sehr ruhige Menschen! Überhaupt stellte ich eine wahnsinnige Ähnlichkeit zwischen uns fest, die ich zwischen mir und meiner Mutter nie gefunden hatte. Das fühlte sich gut an!</p>
<p>Auf jeden Fall wollte mein Vater aber den Kontakt zu mir beibehalten, mich als seine Tochter annehmen. Damit hätte ich nie gerechnet! Heute telefonieren wir regelmäßig und in den Sommerferien werde ich wieder einige Tage mit meiner Tante zu ihm nach Österreich fahren. Seine andere Familie habe ich bis jetzt nicht kennen gelernt, aber er meint, das wird noch. Ich bin froh, jetzt richtig einen Vater zu haben. Vielleicht war es die beste Entscheidung meines Lebens, ihn zu suchen!“</p>
<p>Erschienen im Schulspiegel, Rubrik &#8222;Mein erstes Mal&#8220;: <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/" target="_blank">spiegel.de/schulspiegel</a></p>
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		<title>Gott und die Welt</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 21:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenniferhertlein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Geschichte eines evangelischen Pfarrers. &#8211; Martin Irmer ist 31, kommt ursprünglich aus Amberg in der Oberpfalz. Er studierte unter anderem in Neuendettelsau, in Erlangen, im Wuppertal – und zwei Semester in Kingston, Jamaika. Martin Irmer ist Theologe und arbeitet seit 1. März 2009 als Pfarrer in der mittelfränkischen Kleinstadt Neustadt an der Aisch. Dem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jenniferhertlein.wordpress.com&blog=2022221&post=454&subd=jenniferhertlein&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><em><img class="alignleft size-medium wp-image-457" title="Pfarrer Neustadt" src="http://jenniferhertlein.files.wordpress.com/2009/08/pfarrer-neustadt.jpg?w=201&#038;h=300" alt="Pfarrer Neustadt" width="201" height="300" />Die Geschichte eines evangelischen Pfarrers. &#8211; </em>Martin Irmer ist 31, kommt ursprünglich aus Amberg in der Oberpfalz. Er studierte unter anderem in Neuendettelsau, in Erlangen, im Wuppertal – und zwei Semester in Kingston, Jamaika. Martin Irmer ist Theologe und arbeitet seit 1. März 2009 als Pfarrer in der mittelfränkischen Kleinstadt Neustadt an der Aisch. Dem Bild des konservativen Predigers entspricht er nicht. Stattdessen berichtet er voller Begeisterung und mit strahlenden Augen von seinen Erlebnissen in der Karibik. Er will Kirche global sehen und leben!</p>
<p><span id="more-454"></span></p>
<p><strong></strong><em>Nach dem Abitur sind viele Jugendliche erst mal planlos, was sie machen sollen. War für Sie sofort klar, dass sie evangelischer Theologe werden?</em></p>
<p>Nein! Zuerst wollte ich klassische Archäologie studieren. Aber ich habe als Jugendlicher schon Kindergottesdienste geleitet, wählte Religion als eines meiner Abiturfächer. Nach der Schule absolvierte ich als Sanitäter den Grundwehrdienst. Dort hieß es schnell: das ist der, der Theologie studieren will. Mir selbst war das noch gar nicht klar. Währenddessen verfestigte sich jedenfalls die Idee Theologie zu studieren. Außerdem konnte ich meine Bundeswehrzeit als Praxisjahr für das Theologiestudium anrechnen lassen.</p>
<p><em>Sie sind in das Theologiestudium also quasi reingerutscht?</em></p>
<p>Aus der Perspektive eines deutschen Jugendlichen: ja!  Meine Freunde in der Karibik würden hingegen sagen: das war Gottes Berufung. Anfangs wollte ich kein Pfarrer werden, sondern zum Beispiel als Diplomtheologe zu den Vereinten Nationen gehen. Ich hätte auch Vertreter werden können, für Staubsauger. Solche Firmen suchen teils Theologen, mit der Begründung: ein Theologe kann jedem Mütterchen alles erzählen. Dazu braucht es aber kein Theologiestudium, sondern Übung. Für mich wäre das nichts gewesen!</p>
<p><em>Reden Theologiestudenten die ganze Zeit nur über Gott? Oder gehen sie abends genauso feiern wie alle anderen auch? </em></p>
<p>Es gibt beides. Zum einen Studierende, die Bier trinken gehen und dabei über Gott und die Welt reden – oder nur über die Welt. Und es gibt Studierende, die nicht Bier trinken gehen und dabei auch über Gott und die Welt reden – oder eben nur über die Welt. Das kommt ganz auf den Einzelnen an!</p>
<p><em>Sie haben ein Jahr in Jamaika studiert – ein ziemlich außergewöhnlicher Studienort, den erst mal niemand mit Theologie in Verbindung bringt. Wieso ausgerechnet Jamaika?</em></p>
<p>Ich habe im ersten Semester eine Veranstaltung zum Thema Missions- und Religionswissenschaften besucht. Da drehte sich alles um Afrika, afrikanische Religionen und afrikanisches Christentum. Das faszinierte mich. Ich wollte selbst Erfahrungen sammeln. Die Insel Jamaika bot sich an, weil sie zum einen afrikanisch, aber auch latein- und nordamerikanisch geprägt ist. Außerdem konnte ich dort auf Englisch studieren, ein klarer Vorteil, dachte ich zumindest. Mein Schulenglisch bedurfte aber noch einer Generalsanierung!</p>
<p><em>War das Studium in Jamaika ganz anders als in Deutschland?</em></p>
<p>Für mich hatte es Pioniercharakter, denn meines Wissens war ich dort der erste deutsche evangelische Theologiestudent. In Jamaika gab es schon das Bachelor-Master-System. Ich fand das als Deutscher zu Beginn meines Studiums super, denn es gab mir Struktur vor. In Deutschland hätte ich mein Studium freier gestalten können. Das mag zwar eine Chance sein, aber man muss in einem großen weiten Meer erst mal überlegen, in welche Richtung man paddelt.</p>
<p><em>Bei Karibik denkt man zu erst an Urlaub. War es das für Sie?</em></p>
<p>Überhaupt nicht! In Kingston habe ich wenig von Urlaubsstimmung mitgekriegt. Ich habe nachts Schüsse gehört, musste hinter Stacheldraht wohnen und konnte mich abends nicht mehr frei durch die Stadt bewegen. Das war eine große Herausforderung! Aber ich habe mich daran gewöhnt. Trotzdem genoss ich es, als ich zurück in Deutschland wieder frei auf der Straße herumlaufen konnte. Einmal lernte ich einen Franzosen kennen. Er wollte aus einer Laune heraus Priester in der Karibik werden. Nach einer Woche reiste er ab und kam nie wieder. Er hatte eher den Reisekatalog im Kopf!</p>
<p><em>Haben Sie noch mehr außergewöhnliche Aktionen in ihrem Studium gemacht?</em></p>
<p>Um Geld zu verdienen, arbeitete ich auf einem Bau. Ich wollte mit Menschen in Kontakt kommen, die mit Hammer und Meisel die Welt gestalten. Da lernte ich vieles für den Gemeindebau. Nicht für das Gebäude, sondern für die Struktur. Dann war ich noch ein paar Wochen in Ostafrika, in Tansania. Dort absolvierte ich ein Praktikum in einer Bibelschule in Mwika am Kilimandscharo. Ich konnte in die Ausbildung von Evangelisten reinschnuppern, durfte auf Englisch Altgriechisch unterrichten und lernte Suaheli. Ich kam das erste Mal mit Halbnormaden, den Massai, in Kontakt. Die Erlebnisse dort haben mich bestärkt, Pfarrer zu werden und gleichzeitig die Kirche global zu denken.</p>
<p><em>Jetzt sind Sie in der Kleinstadt Neustadt/Aisch angekommen. Ist das nicht das krasse Gegenteil zu Jamaika und Afrika? </em></p>
<p>Eben nicht! Denn genauso wenig wie ich Mwika am Kilimancharo kannte, kannte ich vorher Neustadt an der Aisch. Das war für mich völlig neu! Genau das ist die Chance des Pfarrberufes, dass man sich mit ganz unterschiedlichen Situationen im Leben zu Recht finden muss. Meine Familie und ich sind gerade dabei uns einzuleben. So einen Koffer auszupacken dauert immer lange. Und vor allem, den nicht nur auszupacken, sondern auch einen Platz im Leben für die Gegenstände aus der neuen Umgebung zu finden.</p>
<p><em>Was gehört denn überhaupt zu den Aufgaben eines Pfarrers, außer Gottesdienste vorbereiten? Wie sieht Ihr Alltag jetzt aus?</em></p>
<p>Mein Alltag ist von Zufälligkeiten geprägt, denn nach Plan wird weder geboren noch gestorben! Ein Pfarrer richtet sich nach den Lebensereignissen der Menschen, von Taufe bis zum Tod, von Lebensberatung bis zu Geburtstagen, Hochzeiten und Konfirmationen. Außerdem gebe ich auch noch Schulunterricht. Das ist mir wichtig, um auch mit den jüngeren Generationen über den Glauben und das Leben zu sprechen – was man nicht voneinander trennen kann!</p>
<p><em>Was ist denn das Besondere an evangelischen Pfarrern? Sehen Sie entscheidende Unterschiede zu Ihren katholischen Kollegen?</em></p>
<p>Ich sehe gerade einen ganz Entscheidenden: ich bin verheiratet und soeben Vater geworden! Das werden katholische Priester – in der Regel zumindest – nicht. Für mich ist das die Chance, mein Leben so zu leben, wie auch die Menschen in meiner Gemeinde. Ich mache Erfahrungen wie Windelwickeln, schlaflose Nächte und dass man sich in einer Beziehung einigen muss. So kann ich als evangelischer Pfarrer über Erfahrungen sprechen, die ich selbst gemacht habe und muss keine Theorien aufstellen!</p>
<p><em>Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Wie lange wollen Sie in Neustadt bleiben?</em></p>
<p>Also ich bin hier quasi im Probedienst, der drei bis fünf Jahre dauert. Danach bekomme ich hoffentlich die Bewerbungsfähigkeit verliehen. Längerfristig haben wir schon den Wunsch, wieder ins Ausland zu gehen. Wir wollen die Beziehung der Menschen nicht nur in einem Dorf sehen, sondern in einem weltweiten Kontext. Und so Gott will, werden wir später wieder im Ausland arbeiten.</p>
<p>Erschienen auf: <a href="http://www.fluter.de/" target="_blank">fluter.de</a></p>
<p><!--more--></p>
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