Jeder schimpft über das Wetter – tut etwas dagegen!

2001: Riesige Flächen des eigentlich so fruchtbaren Bodens Argentiniens stehen durch zunehmende Regenfälle unter Wasser.  2005: Die wärmsten jemals gemessenen Wassertemperaturen führen in der Karibik zu einem in diesem Ausmaß noch nie gesehenen Korallensterben. 2006: Die sommerliche Gletscherschmelze ist mittlerweile viermal so hoch wie die Jahre zuvor. 

 Das sind Klimakatastrophen, die nicht zu übersehen sind. Die Fachzeitschrift Nature schrieb 2004: „Eine aufwändige Studie der Universität Leeds hatte ergeben, dass bis zum Jahr 2050 über eine Million Tier- und Pflanzenarten aussterben werden, falls der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 und damit die globale Erwärmung nicht deutlich gebremst würden.“ Dass dies verheerende Folgen für die ganze Erde und damit auch für uns Menschen hat, muss man wohl nicht mehr extra erwähnen.

 „Der Mensch dreht an der natürlichen Heizung“ 

Grund für den Klimawandel sind die weiterhin steigenden Treibhausgase wie CO2. „Ohne den Treibhauseffekt könnten wir nicht leben, da sonst die Mitteltemperatur bei -18 und nicht 15 Grad läge“, sagt die Umweltorganisation WWF, „aber der Mensch hat an der natürlichen Heizung gedreht.“ Durch den CO2 Ausstoß – z.B. durch Verbrennung von Kohle, Gas und Erdöl – wird unsere Erde zusätzlich aufgeheizt. „Wie ein Gewächshaus in der Mittagshitze“.

Was daraus folgt sind steigende Meeresspiegel, häufigere Stürme, längere Dürreperioden und schmelzende Gletscher.

 Von der Landkarte ausradiert  

Ein aktuelles Beispiel sind die arktischen Eisschilde. Da diese zunehmend abschmelzen, ist der Ozean immer stärker der Sonne ausgesetzt und heizt sich immer weiter auf. Daraus resultiert, dass das Eis wiederum schneller schmilzt. Ein Teufelskreis, der wohl nicht so leicht zu durchbrechen ist.

Geht das so weiter, könnte das Eisschild in den nächsten fünf bis 15 Jahren während der Sommermonate komplett abschmelzen.

Durch dieses Abschmelzen der Pole würde der Meeresspiegel beträchtlich ansteigen – im Extremfall bis zu 25 Meter. Venedig wäre also nicht die einzige Stadt, die von der Landkarte ausradiert werden würde.

 Viele verleugnen den Klimawandel 

Wie schon erwähnt, sind dies alles Fakten, die sich nicht leugnen lassen. Aber wahr haben will sie eigentlich keiner.

Zu warme Temperaturen bei der Fußball-WM 2006, wen sollte das schon stören? Abnormale 25 Grad im Oktober – da spart man sich doch glatt die Reise nach Mallorca! Selbst die Medien berichten kaum von den Klimakatastrophen. Schnell wird solcher Bericht als „Mitleidsjournalismus“ abgetan oder nur kurz in den „Meldungen in der Zusammenfassung“ in sämtlichen Tagesshows erwähnt, so dass man die schrecklichen Neuigkeiten auch gleich wieder vergessen kann. Immerhin sind viele der Meinung, man könne als normaler Bürger nichts bewirken.

 Die Zeit läuft … aber schnell! 

Aber noch ist es nicht zu spät, den Klimawandel aufzuhalten! Man könne den Kohlenstoffdioxidausstoß in Europa bis zum Jahr 2020 schon halbieren, indem man keine neuen Kohlekraftwerke baue, die Stromnachfrage senke und die erneuerbaren Energien um 40 bis 60 % ausbaue, so der WWF.

Außerdem müsste das Kyoto-Protokoll ausgebaut werden. Bis jetzt schließt das Protokoll 130 Länder ein, die sich darauf geeinigt haben, die Treibhausgase bis 2012 um 5% zu vermindern. „Eine Reduzierung um 80% bis 2050 würde die Erderwärmung im gerade noch tolerierbaren Rahmen von 2°C halten.“

Wegsehen hilft jedenfalls ganz bestimmt nichts – und auch jeder einzelne kann etwas für den Umweltschutz tun: Rad- statt Autofahren, Stromsparen und erneuerbare Energien nutzen.

Noch können wir alle etwas ändern! Aber wie lange noch?

 Menschen mit Engagement 

Zum Glück gibt es auch Leute, die vor „unangenehmen Wahrheiten“ nicht die Augen verschließen. Ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat  Al Gore trifft mit seinem Dokumentarfilm „An Inconvenient Truth“ (dt: „Eine unangenehme Wahrheit“) den Zeitgeist.

Er nennt den Klimawandel beim Namen und deckt Umweltverbrechen auf, die vor allem seine Landsleute, die Amerikaner, lange nicht wahrhaben wollten. Nun aber schafft er es vielleicht die Welt zu verändern. Nie zuvor waren so viele Besucher am Startwochenende in einen Dokumentarfilm gegangen wie in diesen Film. Die US-amerikanische Zeitschrift „The Guardien“ schreibt: „Al Gore ist wieder da – mit der Mission, den Planeten zu retten.“ Und die Süddeutsche Zeitung lässt verlauten: „Erst wollte er das mächtigste Amt der Welt, jetzt setzt er sich für höhere Ziele ein: Klimaschutz!“ Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger schließt sich Al Gores Vorbild an: er plant zusammen mit der Europäischen Union ein Projekt zur Reduzierung von Treibhausgasen. Ganz im Gegensatz zum amerikanischen Präsidenten G.W. Bush, der 2001 den Beitritt zum Kyoto-Protokoll ablehnte. 

Auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, zusammen mit dem englischen Premierminister Tony Blair, hat dagegen verstanden, dass es mit dem Klimawandel so nicht mehr weiter geht. Beide wollen sich für ein neues Klimaschutzabkommen einsetzen. „Der Klimawandel ist eine große Herausforderung des 21. Jahrhunderts“, so Merkel in London.

 

Erschienen in: Printausgabe der Schülerzeitung „helga“

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