Raumschiff Orion – Willkommen in der Zukunft!

„Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen…“ So beginnt die erste deutsche Science-Fiction-Fernsehserie „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion“. Erstmals am 17. September 1966 gesendet, erlangte die in der ARD in sieben Teilen ausgestrahlte Schwarz-Weiß-Reihe bald schon Kultstatus. Bis heute wurde sie bereits mehr als zwanzigmal wiederholt und immer noch erfreut sich der begeisterte Zuschauer an dem Raumschiff, das ausgesandt ist, um die Welt wieder einmal zu retten. „Begleiten wir die Orion und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit“, verlautet der altbekannte Vorspann. Also begleiten wir sie – bis in die heutige Zeit.

 

An Bord der Orion

 

Dietmar Schönherr, als Major Cliff Allister McLane, der Kommandant des schnellen Raumschiffs Orion führt seine internationale Crew durch spannende Abenteuer im Weltall. Auf der Erde gibt es keine Nationalstaaten mehr und der Meeresboden wurde als Lebensraum erschlossen. Die Menschheit siedelt auf fernen Sternen unseres Milchstraßensystems und mit unvorstellbarer Geschwindigkeit fliegen Raumschiffe durch den Weltraum. Der Raumkreuzer ist Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen aus dem All schützt.

 

Anleitung zum Raumschiffbasteln?!

 

Schöne Fernsehserie. Obgleich der moderne Fernsehzuschauer aus dem Jahr 2007 sich hin und wieder ein Grinsen wohl kaum verkneifen kann; schmücken doch in den Filmstudios umfunktionierte Wasserhähne, Bleistiftspitzer und Bügeleisen die Kommandozentrale des Raumschiffs. An der Deckenverkleidung platzierte, beleuchtete Plastikbecher sollen höchstmoderne Lampen darstellen – und ja, eine Ähnlichkeit mit heutigen Halogenscheinwerfern ist nicht auszuschließen. Überhaupt wirkt das Cockpit zum einen ein bisschen wie eine Zahnarztpraxis und zum anderen ziemlich selbst gebastelt. Verschiedene Special-Effects, die eigentlich gar nicht so „special“ sind, kommen noch dazu. Aber natürlich sollte all das futuristisch wirken – und in den 60er Jahren war das „Visiophon“, ein Überwachungsbildschirm, sicherlich das Non-plus-ultra, während es heute eine stinknormale Webcam auch tut.

 

Zwischen Film und Realität

 

Das im Vorspann erwähnte „morgen“ wurde schon längst Realität und nicht nur die jüngste Generation findet zum Beispiel die Effekte nur noch kultig komisch. Aber einem sind wir uns vielleicht noch nicht ganz bewusst: wir leben bereits im „Übermorgen“.

Eine Nachricht, die vielleicht noch nicht die ganze Weltöffentlichkeit erreicht hat, aber tatsächlich Fakt ist: Die NASA plant für September 2014 den Jungfernflug des Raumtransporters „Orion“.

Plant Hollywood jetzt wohl schon eine Neuverfilmung des Orion-Science-Fiction? Aber nein, der Start der „Orion“ ist  Realität! Die neuen Orion-Flugschiffe sollen die alten Space-Shuttels ersetzen, welche nach Ausbau der internationalen Raumstation (ISS) 2010 ausgemustert werden. Spätestens 2020 soll „Orion“ endlich wieder Menschen auf den Mond und in geraumer Zeit sogar auf den Mars befördern.

 

Stellt sich die Frage, ob es die Amerikaner (wenn auch nicht Hollywood) wirklich nötig haben, eine deutsche TV-Serie Realität werden zu lassen – oder war es nur eine Frage der Zeit bis Orion tatsächlich startet? Auch wenn die realen Schiffe erstmal wohl kaum die Welt vor den außerirdischen „Frogs“ oder umher fliegenden Supernovas retten müssen, so sollen sie es unter anderem laut Plänen der verantwortlichen Raumfahrtbehörde doch ermöglichen, eine permanente Basis auf dem Mond zu errichten. Orion-Raumschiffe sollen zehnmal sicherer sein als die alten Transporter und Ziel sei es, dass die Menschheit sich längerfristig im All aufhalten könne.

 

Auf in neue Abenteuer …

 

Klingt eigentlich doch genau wie der Anfang eines spannenden Science-Fiction – nur dass er diesmal Wirklichkeit ist und das Ende wohl offen bleibt. Allerdings sind Kritiker schon auf den Plan gerufen und befürchten Orion entwickle sich zur „Eierlegenden Wollmilchsau“, da es zwar viele Einzelzwecke erfüllen könne, jedoch keinen optimal. Aber mit einem guten Captain wie McLane sollte auch das nicht verhindern, die Welt zu retten oder vorläufig vielleicht grandiose neue Entdeckungen, die für die Welt wichtig sind, auf unseren Nachbarplaneten zu machen. Und wie sagt die Sternenschau im Film so schön: „Alles wird galaktisch gut.“

 

Wettbewerbsbeitrag zum Schreibwettbewerb 2007 der NN und des VDE (1.Platz)

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