Ein bisschen Olympia in Erlangen

schekker4_kletternAuf dem Weg zu „Deutschlands aktivster Stadt“. Mission Olympic – das ist ein Sportwettkampf der besonderen Art. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und Sponsor Coca Cola wollen Deutschlands aktivste Stadt finden und auf diese Weise den Breitensport fördern. Aus 98 Bewerbern stehen die fünf Finalstädte bereits fest – das mittelfränkische Erlangen gehört dazu.

 

Lachende Menschen in Sportkleidung, Musik an jeder Straßenecke. Neugierige drängen sich um die aufgebauten Sportstände und wollen alles ausprobieren. Kinder wuseln aufgeregt zwischen den Erwachsenen hindurch. Begeistert mische ich mich unter die Menschenmenge. Es scheint, als wäre ganz Erlangen heute auf den Beinen. Heute, beim Festival des Sports, um ihrer Stadt zum Sieg bei „Mission Olympic“ zu verhelfen.

 

Seit über einem Jahr bemüht sich Erlangen um den Titel „Die aktivste Stadt Deutschlands“. In Runde eins im Mai 2007 mussten sich alle Städte formell bewerben. Durch Anzahl von Sportstätten, Bewegungsmöglichkeiten, Trainern und Vereinen entschied die Jury, wer in die nächste Runde kommt.

 

Die bis dahin 44 erfolgreichsten Bewerberstädte sollten dann möglichst viele Sportinitiativen melden, also Vereine und Sportlerinnen und Sportler mobilisieren. Viele Städte hatten nur 30 oder 40 Sportaktivitäten – Erlangen reichte hingegen über 100 ein. Das sicherte der Stadt – neben Freiburg im Breisgau, Fürstenwalde, Herne und Speyer – einen Platz in der Endrunde. Die fünf Finalisten veranstalten jetzt jeweils ein dreitägiges Festival des Sports. Möge der Beste gewinnen!

 

Gewinn für die Städte

Und Erlangen gibt sein Bestes. An diesem Samstag ist die ganze Innenstadt eine einzige Bewegungsmeile mit attraktiven Sportangeboten. Viele Besucherinnen und Besucher sind sportlich angereist: An jeder Ecke stehen unzählige Fahrräder. „Das ist ja Wahnsinn, wie viel hier los ist!“, entfährt es einer jungen Frau im Joggingoutfit, als sie die ersten Sportaktivitäten in den Erlanger Arkaden sieht. Dort tanzen gerade Jugendliche zu heißen Rumba-Rhythmen schwierige Figuren. Das Publikum klatscht im Takt. Erst vor einer Stunde wurde mit 1699 Tanzpaaren ein neuer Weltrekord im Walzertanzen aufgestellt, erfahre ich von einem verzückten Zuschauer neben mir. Weiter hinten ist Denksport angesagt: Kinder spielen neben Großeltern konzentriert Schach. Jung lernt von Alt und ist schon bald besser. „Gewonnen!“, jubelt ein kleiner Knirps.

 

„Unabhängig vom Sieg profitieren die Städte von der Veranstaltung, da eine Vernetzung zwischen Menschen und Vereinen stattfindet und neue Impulse entstehen“, so Frank Fölsch, Mitarbeiter im Organisationsbüro der „Mission Olympic“. Zusammen mit Sportstudierenden aus Paderborn ist er mitverantwortlich für die Auswertung des Festivals. „Der Sieger wird ermittelt, indem wir auf den Festivals des Sports die Besucher zählen und Punkte für Aktivitäten verteilen. Aber neben Quantität ist auch Qualität wichtig. Für die Jury wird ein Film gedreht, der die Vielfalt der Veranstaltung zeigt“, erklärt Fölsch. Der große Aufwand ist nötig, denn die Siegerstadt erhält stolze 100.000 Euro, um den Sport weiter zu fördern.

 

Erlangen in Bewegung

In der Fußgängerzone ist die Hölle los. 74.000 Sportbegeisterte sind den ganzen Tag an 130 Sportstationen in Bewegung. Kinder üben sich im Jonglieren, Ältere wagen sich an den Klettergarten. Es gibt einen Hindernissparcour für sportliche Rollstuhlfahrer, und auf Isomatten lassen sich Jung und Alt mit einigen Verrenkungen für Yoga begeistern. Federball und Tischtennis, Seiltanz, Boxen, Bergsteigen an einer aufgebauten Bergwand und verschiedene  Ball- und Kampfsportarten können ausprobiert werden.

 

Für alle Altersgruppen ist etwas dabei. Was zählt ist der Spaß an der Bewegung. Und wer doch irgendwann erschöpft ist, lässt sich im Schlossgarten ins Gras fallen. Während dort die Sporterfahrungen ausgetauscht werden, darf sich jede und jeder ein klein wenig wie ein Olympiaathlet nach dem großen Wettkampf fühlen.

 

Überhaupt lässt sich der Titel des Wettbewerbs leicht mit den olympischen Sommerspielen 2008 in Verbindung bringen, vor allem durch die Vielfalt der Sportarten. Doch „Mission Olympic“ findet jedes Jahr statt – die nächste Bewerbungsrunde ist sogar schon angelaufen. „Das Ganze hat durchaus eine olympische Mission“, meint Frank Fölsch vom Organisationsbüro, „die Vereine entdecken vielleicht Nachwuchssportler, die sich später für Olympia qualifizieren. So kann Deutschland auch in den kommenden Jahren gute Sportler zu den olympischen Spielen schicken.“

 

Die Erlanger jedenfalls haben jetzt Zeit zum Erholen, denn die Siegerstadt wird erst im Dezember feststehen. Aber wohl auch hier gilt das Motto, das in Freiburg verkündet wurde: Der Sport hat schon längst gewonnen!

 

Erschienen auf: schekker.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: