Triathlon: Vielfalt macht Spaß

Florian Uhrig kommt auf seinem Fahrrad angesaust. Er bremst, steigt ab, lächelt und lehnt sein Rad an die Hauswand. Florian trägt Jeans und ein weißes T-Shirt, unter dem sich seine Muskeln abzeichnen. Der Siebzehnjährige besucht die zwölfte Klasse der Fachoberschule Max Grundig in Fürth. In seiner Freizeit zählt vor allem der Sport.

 

„Ich spiele Fußball, gehe joggen und Fahrradfahren, ab und zu spiele ich Squash – und ich schwimme“, erzählt er mit glänzenden Augen. Für ihn ist das wichtig, um einen Ausgleich zu schaffen. „Beim Sport kann ich abschalten. Außerdem Freunde treffen und Spaß haben.“

 

Das sieht katastrophal aus, wie ihr schwimmt!

Spaß haben! Das war auch sein Gedanke, als er vom Fürther Schülertriathlon erfuhr. Ein Sportlehrer informierte seine Klasse. „Mein Kumpel Alex und ich dachten: Das lassen wir uns nicht entgehen, das wird eine Gaudi“, so Florian.

Nach der Anmeldung informierten sich die beiden Jungs. In ihrer Altersgruppe, Jahrgang 1991 und 1992, war die Messlatte für den Schülertriathlon hoch gesteckt: zuerst 400 Meter schwimmen, danach 9 Kilometer Fahrradfahren und zum Schluss 3.250 Meter laufen. Mit dem Training begann Florian zwei Monate vorher. „Laufen und Radfahren war kein Problem, das mache ich sowieso jede Woche“, meint er.

Beim Schwimmen sah es anders aus: „Als Alex und ich das erste Mal zum Training im Freibad waren, hat gar nichts geklappt. Ich wollte kraulen und hatte keine Ahnung von der Technik. Deshalb habe ich höchstens 20 Meter geschafft, und dann bin ich quasi abgesoffen.“ Doch die Hilfe kam schnell, der Bademeister gab Tipps: „Er kam rausgestürmt und rief: ‚Das sieht katastrophal aus, wie Ihr schwimmt!‘ Dann hat er uns erklärt, wie es richtig geht.“ So lernte Florian Schritt für Schritt Kraulen. Trainiert hat er dreimal die Woche. Erst schaffte er nur 100, dann 200 und bald 500 Meter – ohne Wasser zu schlucken.
Aus dem Alltag rauskommen
Durch das Schwimmen war das Training für Florian von Anfang an ein Erfolg. Sonst hat er oft Rückenprobleme. „Aber das Schwimmen ist eine gleichmäßige Belastung, und du kannst dich nicht verreißen. Das war super für meinen Rücken“, erzählt er. Auch das viele Radfahren und Laufen begeisterte ihn: „Wenn du es oft und viel machst, läuft der Sport fast von selbst. Du hast Zeit, über andere Sachen nachzudenken. So komme ich aus dem Alltag raus.“
Florian integrierte das Training in seinen Alltag. „So ein Training braucht Disziplin“, sagt er, „Alex und ich haben uns gegenseitig motiviert.“ Gerade, wenn es in der Schule stressig war, bewährte sich das für die beiden: „Ich habe gesagt, komm, lass uns erst mal Sport machen, danach geht das Lernen besser. Außerdem macht das Training zu zweit mehr Spaß.“
Und sie konnten sich gegenseitig helfen, wenn es mal Probleme gab. Florian erzählt von einem Tag im Schwimmbad, an dem Alex durch das viele Training so starke Krämpfe bekam, dass er sich nicht mehr bewegen konnte: „Ich habe ihn dann vom Beckenrand in die Dusche getragen. Unter dem warmen Wasser wurde es besser.“
Endspurt: Das muss ich jetzt packen!
Nach zwei Monaten Training war Florian fit. Trotzdem lief am Wettkampftag nicht alles reibungslos. Denn erstmal konnte er seine Startnummer nicht mehr finden. Er spurtete zur Triathlonleitung – als er mit der neuen Nummer zurückkam, warteten die anderen 609 Teilnehmer/innen bereits im Wasser. „Da war ich echt aufgeregt!“, sagt er. Dann der: Startschuss! Florian war nervös, er schwamm die erste Bahn zu schnell. Für die zweite fehlte ihm fast die Luft und er schluckte Wasser. „Aber ich war mit Alex auf einer Höhe. Wir sind dann die Bahnen nebeneinander durchgeschwommen. Das hat mich beruhigt“, berichtet er.
Wenig später kletterte er aus dem Wasser. Umziehen, abtrocknen, Helm aufziehen und ab aufs Rad. Vom Schwimmen direkt zum Radeln umzusteigen, war für Florian anstrengend und ungewohnt. Dennoch kämpfte er sich immer weiter vor: „Am Schluss war nur noch ein Mädchen vor mir, und ich dachte: Die packst du jetzt auch noch!“ Florian trat kräftiger in die Pedale. Bald lag er vorne. Das Laufen am Schluss war für ihn kein Problem mehr.
Florians kleines Olympia
Als er als Erster die Ziellinie passierte, war er sehr erleichtert: „Ich war glücklich, aber echt k.o.“ Freunde und Bekannte gratulierten ihm zum ersten Platz und freuten sich. Auch sein Kumpel Alex traf kurze Zeit später im Ziel ein. Der Preis bei der Siegerehrung: eine Urkunde und ein neuer Fahrradhelm. Und der Ruhm natürlich.
Triathlon zählt zu den olympischen Disziplinen. Florian findet: „Die Idee ist die Gleiche: Man macht Sport und wird Erster. Die Olympia-Athleten freuen sich bestimmt genauso wie wir. Dort ist nur alles viel größer.“ Vor allem beim Schwimmen schaut Florian seit seiner Teilnahme beim Triathlon genauer hin. „Der Triathlon war für mich vielleicht auch so ein kleines Olympia“, meint er. Aber er weiß: „Ich will Sport nicht nur auf Leistung machen, sondern zur Entspannung.“
Florian wird weiterhin Sport machen und auch weiterhin für den Triathlon trainieren. Wenn alles klappt, will er auch nächstes Jahr beim Fürther Schülertriathlon starten. Außerdem überlegt er, am Triathlon der Nachbargemeinde Herzogenaurach teilzunehmen. „Das ist eine Herausforderung“, findet Florian. Triathlon macht ihm großen Spaß: „Es ist eben alles, drei Sportarten auf einmal – das fasziniert mich.“
Erschienen auf: fluter.de
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