Tag 2: Berlin entdecken …

Tagebuch: Von Berlin bis Paris

Berlin und Paris – zwei europäische Weltstädte wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und wir fünf Jugendliche aus Deutschland und Frankreich – Mirjam aus München, Clara und Enzo aus Straßburg, Caroline aus Artolsheim (bei Straßburg) und ich, Jenni, aus Fürth – sind mitten drin. Vor einigen Monaten hatten wir beim Schreibwettbewerb „Wortwechsel“ des Deutsch Französischen Jugendwerks (DFJW) teilgenommen und gewonnen. Der Preis: eine Woche Entdeckungstour erst durch Berlin und dann durch Paris, zusammen mit unserem Betreuer Johannes Ackermann und Florence Batonnier, vom DFJW. Unsere Aufgabe während der Reise: Tagebuch über unsere Erlebnisse führen.

 

Montag, 27. Oktober 2008 – Tag 2

7.30 Uhr – der Wecker klingelte, damit wir auch pünktlich um 8.20 Uhr beim Frühstück waren. Das war zwar doch irgendwie ziemlich früh, aber wir wollten ja etwas von der Welt – oder in diesem Fall: von Berlin – sehen.  Nach dem Frühstück wartete auch schon der erste Termin: Redaktionskonferenz bei der TAZ: „Was kommt auf die Seite 1?“ „Was macht das Ressort Kultur?“ „Haben wir den Artikel jetzt schon?“ Die Redakteure der taz waren schon bei unserer Ankunft hellwach und eifrig am Diskutieren – und Kaffeetrinken. Später erklärte uns einer der Redakteure, warum es so toll sei, für die taz zu arbeiten: die taz berichtet nicht so „trocken“ wie andere Tageszeitungen und hat außerdem keinen Verleger. Für die Redakteure heißt das: kaum oder keine Vorschriften in Sachen Themenwahl und Artikelschreiben. Der Nachteil an der taz: kaum Anzeigenkunden, da es eine überregionale Zeitung ist und daher weniger Lohn für die Redakteure.

 

Doch nach dem Gespräch mussten wir uns auch schon wieder schnell von der taz verabschieden, denn bei ARTE wartete schon eine Fernsehjournalistin auf uns. Sie erzählte von ihrem Berufsalltag und lies uns sogar einen Blick hinter die Kulissen werfen,  in die Einsprechkabine und das TV-Studio. Sehr spannend: ihre Erzählungen von den Anfängen der deutsch-französischen Zusammenarbeit bei ARTE, denn so eine interkulturelle Redaktion macht mehr Probleme, als man vielleicht zuerst annehmen möchte. Bei ARTE war es so, dass sich die deutschen und französischen Journalisten zu Beginn in Punkten wie Texteschreiben und Bilderschneiden kaum einig waren. Die Deutschen, erzählt die Fernsehjournalistin, würden objektiver berichten, während die Franzosen gern mal ihre Meinung zum Besten geben. Außerdem setzen diese mehr auf die Bilder in einem Fernsehbeitrag, der typisch deutsche Journalist eher auf den Text. Doch mittlerweile hat ARTE wohl einen guten Mittelweg gefunden. „Wir haben viel voneinander gelernt“, so die ARTE-Redakteurin, die auch für Praktika bei ARTE warb. Wer weiß, vielleicht findet sich der ein oder andere von uns nach dem Abitur beziehungsweise dem französischen Baccalauréat auch vor oder hinter der ARTE-Kamera wieder?

 

Nach ARTE ging es zu einem Korrespondenten des Fernsehsenders FRANCE2. Auch er plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen des Fernsehjournalismus und teilte uns weise mit, dass Journalist sein zwar viel Spaß mache, aber auch durchaus ein anstrengender Job sei. Überflutet mit Informationen wäre nun eine Fahrradtour entlang der Mauer auf dem Programmplan gestanden. Doch diese fiel sprichwörtlich ins Wasser und wurde von Mirjam, Caroline und mir kurzerhand zur Shoppingtour umfunktioniert. Also auf ins Zentrum und ab in die Berliner Läden. Später am Abend trafen wir auch die anderen wieder, aßen Tapas bei den Hackeschen Höfen und Enzo und ich entdeckten und diskutierten die Unterschiede zwischen U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn. Nein, das ist gar nicht verwirrend!

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