Tag 3: Von Berlin nach Paris

Tagebuch: Von Berlin bis Paris

Berlin und Paris – zwei europäische Weltstädte wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und wir fünf Jugendliche aus Deutschland und Frankreich – Mirjam aus München, Clara und Enzo aus Straßburg, Caroline aus Artolsheim (bei Straßburg) und ich, Jenni, aus Fürth – sind mitten drin. Vor einigen Monaten hatten wir beim Schreibwettbewerb „Wortwechsel“ des Deutsch Französischen Jugendwerks (DFJW) teilgenommen und gewonnen. Der Preis: eine Woche Entdeckungstour erst durch Berlin und dann durch Paris, zusammen mit unserem Betreuer Johannes Ackermann und Florence Batonnier, vom DFJW. Unsere Aufgabe während der Reise: Tagebuch über unsere Erlebnisse führen.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Kurz vor halb elf und wir standen einem riesigen – und vor allem wichtigen – Gebäude gegenüber. In großen Lettern prangte da: „Dem Deutschen Volke“. Richtig: wir befanden uns vor den Toren des Deutschen Reichstages. Schwarz-rot-goldene Flaggen wehten in der leichten Oktoberbrise ruhig vor sich hin, während sich unendlich viele Touristen in einer noch unendlich längeren Schlange vor dem Eingang die Füße platt standen. Dank einer Spezialführung blieb uns das zum Glück erspart!

 

Einige Sicherheitskontrollen später waren wir auch schon drin und wurden erst mal durch das Erdgeschoss geführt. Die Leiterin der Besichtigung erzählte uns von der Geschichte des Reichstages: wie er einem Brandanschlag zum Opfer fiel, während des Nationalsozialismus nicht mehr im demokratischen Sinne genutzt wurde und letztendlich dank einer Grundsanierung wieder aufblühen durfte. Jetzt ist es quasi ein neues Gebäude in alten historischen Mauern. Faszinierend, fanden wir, wie so Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen und wir durch die Geschichte „wanderten“ – oder gar Teil davon wurden? Auch die alten russischen Inschriften wurden bestaunt und ließen das „Damals“ realer erscheinen. Futuristischer hingegen ist da schon der Plenarsaal unter der Glaskuppel. Wir erfuhren viel über die Parteien, die Verteilung der Sitze im Plenum und die Abgeordneten. Allerdings ohne einen davon zu sehen, denn diese Woche war keine Sitzungswoche. Dafür wurden überall eifrig die Fenster geputzt und für uns ging es noch auf das Dach des Reichstages, inklusive Fotoshooting vor der Glaskuppel und einem beeindruckenden Ausblick über Berlin. Hochhäuser streckten sich gen Himmel, das Sony-Center funkelte in der gerade zwischen den Wolken hervorbrechenden Sonne und wir, wir genossen es, in Berlin zu sein.

 

Später machten wir einen gemeinsamen Abstecher zum Brandenburger Tor. Gleich davor ließen wir fünf uns außen in einem Café zum Mittagessen nieder. Die Sonne lachte mittlerweile vom strahlend blauen Himmel, wärmte uns und ließ die Laune ungemein steigen. Als Mittagessen gab es – ganz kreativ – Donuts von Dunkin Donut, Cookies, Schokoladenkuchen und Kaffee von Starbucks. Es lebe die Globalisierung!

 

Nach einem anschließenden Bummel unter den Linden fuhren wir weiter nach Charlottenburg. Dort gingen wir an Bord eines Touri-Schiffes und „cruisten“ die Spree entlang. Berlin-Feeling pur!

 

Danach hatten wir frei und nutzen die Zeit – natürlich – zum shoppen. Diesmal am Alexanderplatz, wo wir nach erfolgreichen Einkäufen auch lustige Fotos vor dem Brunnen machten. Mittlerweile war es auch dunkel geworden und für uns wurde es Zeit zurück zum Hotel zu fahren. Ein letztes Abschiedsfoto in der türkisblau eingerichteten Hotellounge und nichts wie ab zum Flughafen Schönefeld. Auf dem Weg ging zwar mein Koffer kaputt, doch das tat der allgemeinen „Juhu-wir-fliegen-gleich“-Stimmung keinen Abbruch und mit gutem Zureden (oder eher purer Gewalt) konnte Johannes meinen Koffer auch wieder zu recht biegen. Dann dauerte es nicht lange und wir saßen in der Easy-Jet Maschine auf dem Weg nach Paris. Für Caroline war es der erste Flug ihres Lebens. Doch sie hatte ihn trotz leichten Turbulenzen gut überstanden.

 

Nach knapp zwei Stunden breitete sich unter uns ein Meer aus orange-glitzernden Lichtern aus. Wir waren im Landeanflug. Bienvenue à Paris!

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