Jugendforum zur Europa-Wahl 2009

gruppenbild_klein„Wir leben in einer Zeit vollkommener Mittel und verworrener Ziele“, sagte einst Albert Einstein, der in der baden-württembergischen Stadt Ulm geboren wurde. Jungwähler und Jungwählerinnen hingegen sollten die Ziele der Europäischen Union klar erkennen – immerhin haben sie 2009 eine zukunftsweisende Verantwortung: an der Europa-Wahl 2009 teilnehmen. Deshalb lud die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit den Landeszentralen für politische Bildung aus Bayern und Baden-Württemberg vom 20. bis 22. März circa 90 Jugendliche und junge Erwachsene zu einem Jugendforum zur Europa-Wahl in Ulm ein. Das Ziel: die 17 bis 27-Jährigen von der EU zu begeistern.

 

Europa und die EU: das ist zum einen ein „Kontinent mit verschiedenen Ländern“, aber auch eine „Wertegemeinschaft“, eine „Vielfalt an Kulturen“. Die EU steht etwa für „Freiheit“ oder „Zusammenhalt“. Zumindest sagten das einige der Jugendlichen, die am Jugendforum teilgenommen hatten. Diese Jugendlichen leben in einem Europa, das ihnen wichtig ist, das für sie Zukunft symbolisiert. Doch das ist nicht immer der Fall: Noch heute sind sich wenige Menschen bewusst, dass sie nicht nur ihre individuelle Staatsbürgerschaft besitzen, sondern auch echte Europäer sind. Noch weniger können sich tatsächlich mit diesem Europa identifizieren. Doch am 7. Juni 2009 hat ganz Europa etwas Gemeinsames vor: die Europa-Wahl.

 

Ein verkanntes Europa?

 

Ein europäisches „Wir-Gefühl“ fehlt jedoch bis jetzt und die Wahlbeteiligung an der Europa-Wahl ging in den vergangenen Jahren immer weiter zurück. Um Erst- und Jungwählern zu zeigen, wie wichtig die Europa-Wahl jedoch ist, gab es das Jugendforum in Ulm. Die Jugendlichen waren in sechs Arbeitsgruppen eingeteilt. Das Themenspektrum war breit: Von „Wie können Belange der Jugend in verschiedenen europäischen Politikbereichen stärker berücksichtigt werden?“ bis hin zu Fragen wie „Reicht der Lissabonner Vertrag aus, um die EU fit zu machen für die Herausforderung der Zukunft?“ war alles dabei. Juniorteamer halfen den Jugendlichen bei schwierigen Debatten und leiteten die Diskussionen. Experten aus dem Bereich der politischen Bildung brachten außerdem ihr Fachwissen ein. Die Teilnehmer waren begeistert bei der Sache: „Ich bin hier, weil Europa für mich ein Zukunftskonzept ist und ich möchte, dass es auch weiterhin erfolgreich ist“, so Teilnehmer Simon Lackerbauer, 18.

 

Den Jugendlichen selbst ist Europa wichtig. Denn sie wissen: momentan kommt die europäische Politik bei der breiten Masse nicht gut an. „Ein Problem sind zum Beispiel die komplexen Zusammenhänge innerhalb der EU. Aber an sich ist die EU eine Erfolgsgeschichte. Nur schafft sie es oft nicht, ihre Erfolge den Menschen nahe zu bringen“, erklärt Karl-Heinz-Dürr von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

 

„Wir sind Europa“

 

Doch dann kündigte Dr. Henning Arp, der Leiter der Regionalvertretung München der Europäischen Kommission, am Sonntagmittag an: „Wir stehen unmittelbar vor dem ersten Höhepunkt unseres Tages, nämlich der Präsentationen der Arbeitsgruppen!“ Ein wahrer Höhepunkt, denn die Teilnehmer bewiesen: sie können die Botschaften der EU sehr wohl gut an ein Publikum vermitteln! Eine Gruppe improvisierte zum Beispiel eine Sendung der Tagesschau, um über aktuelle EU-Politik zu berichten. Andere hielten sich an den Händen, bildeten so eine Menschenkette und nannten jeder einen Wert, den sie mit Europa verknüpften und weckten Emotionen beim den Zuschauern.

 

Ein anderes Problem der EU ist, dass ein Europa-Abgeordneter circa 800000 Menschen vertritt. Das heißt, die breite Bevölkerung kennt die Abgeordneten kaum. Aber auch das sollte sich auf dem Forum für die anwesenden Jugendlichen ändern: Am Sonntag konnten sie ihre Anliegen und Forderungen einigen waschechten Europapolitikern oder Kandidaten für die Europa-Wahl 2009 ans Herz legen.

 

Doch mit Veranstaltungsschluss ist das Jungwählerforum noch lange nicht vorbei: Das Projekt soll neun Monate via Internet weiterlaufen. In einem Onlineforum können die Jugendlichen interaktiv ihre Ideen zu Europa einbringen und sich sowohl mit Gleichaltrigen als auch mit den Abgeordneten über aktuelle europäische Themen austauschen. So hoffen sie, Europa zumindest ein kleines Stück weit mitgestalten und ihrem Europa, in dem sie leben, ihre eigene Stimme verleihen zu können. „Immerhin sind wir die nächste Generation Europas“, so die Teilnehmerin Elisa Romanato, 18.

 

Die Beteiligung der Jugendlichen im Internet ist ein gutes Beispiel, für ein Bürgerforum, eine Plattform, die für Europa sehr wichtig ist. So haben sehr viele junge EU-Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, über die Zukunft Europas zu diskutieren. Auf diese Weise wollen die Initiatoren auch Menschen erreichen, die sich wenig mit Europa auseinander setzen, immerhin haben die Jugendlichen unheimlich viele Kontakte: zum einen zu ihren Familien, zum anderen zu ihren Freunden. „Wir hoffen, dass Sie in den nächsten Wochen als Botschafter des Jungwählerforums agieren werden!“, meinte deshalb auch Dr. Arp abschließend zu den Teilnehmern. Und auch Albert Einstein würde dieses Konzept der Partizipation sicherlich unterschreiben. Immerhin wusste schon er: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“

 

 

Erschienen in: „EU-Nachrichten“, das Magazin der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland

 Außerdem: Lifeberichterstattung über das Jugendforum zur Europa Wahl von der Jungen Presse Bayern e.V. : JOIN-Special www.join-magazin.de/special_europa09/

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One Response to Jugendforum zur Europa-Wahl 2009

  1. Marcella sagt:

    Sehr geehrte Frau Hertlein,

    Zum zweiten Mal vergibt die Generaldirektion für Erweiterung der Europäischen Kommission den European Young Journalist Award. Teilnehmen können alle Journalisten zwischen 17 und 35 Jahren aus den 27 Mitgliedsländern der EU sowie den Beitrittskandidaten für die Aufnahme in die EU. Sowohl Artikel als auch Radio-Beiträge können bis zum 31. Mai eingereicht werden, die eine hochkarätige Jury anschließend auswerten wird. Die wichtigste Voraussetzung der Beiträge ist, dass sie sich mit der Europäischen Union und im Idealfall mit ihrer Erweiterung beschäftigen. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.eujournalist-award.eu/.

    Da Ihr Blog sich mit Beiträgen rund um das Thema EU beschäftigt und Sie ja schon einige interessante Beiträge wie den obigen verfasst haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie einen dieser Artikel einreichen würden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marcella Wilke

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