Echtes Engagement durch Freundschaft

Die Junge Presse Bayern e.V. arbeitet komplett ehrenamtlich. Die Junge Presse Bayern e.V. (JPB) ist der Verband junger Medienmacher in Bayern. Und die JPB ist vor allem ein Verein, in dem junge engagierte Menschen Verantwortung übernehmen, sich ausprobieren können und so zahlreiche große Projekte bewältigen – komplett ehrenamtlich!

„In der JPB wird einem unheimlich viel zugetraut. Man kommt zum Beispiel gerade aus der Schule raus und darf ein Seminar mit einem Budget von 2000 Euro organisieren – und es funktioniert“, erzählt Alexander Demling, 22, Student aus Erlangen. Er ist einer von acht Vorständen der JPB. Aktuell hat die JPB um die 500 Mitglieder in ganz Bayern. Sie alle sind Redakteure, Autoren, Layouter, Fotografen, Techniker, Organisatoren oder Moderatoren von Schüler- und Jugendzeitungen, Online-Magazinen, Studentenmedien sowie Jugendradios. Entweder sie sind noch Schüler, Studenten oder befinden sich gerade auf dem Weg der Ausbildung. Aktive Mitglieder – also Leute, die sich tatsächlich regelmäßig bei der JPB engagieren – sind es, laut Alexander, so zwischen 25 und 30.

Verantwortung für eigenständiges Arbeiten

Das Hauptziel der JPB ist es, dass die Jugendmedienmacher sich untereinander über ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam Projekte koordinieren können. Außerdem bieten zahlreiche Seminare zum Thema Medien und Journalismus eine gute Fortbildungsmöglichkeit. All das organisieren die Aktiven der JPB. Das heißt: Bei der JPB bestimmen keine Erwachsenen, sondern nur die Jugendlichen selbst. Genau deshalb sind die Hierarchien im Verband flach: der Vorstand übernimmt zwar Verantwortung und leitet die Aktiven immer wieder an – aber prinzipiell kann jeder sein eigenes Projekt auf die Beine stellen. Die JPB ist offen für alle, die sich einbringen wollen. „Indem einem diese Verantwortung für eigenständiges Arbeiten übertragen wird, kann man unheimlich viel lernen!“, meint Alexander aus Erfahrung. Zu den Aufgaben der JPB gehören, neben Seminare leiten: Veranstaltungen organisieren, Medienprojekte unterstützen und beraten, Magazine, Flyer, Plakate oder Websites gestalten, Wettbewerbe veranstalten, Kooperationen aushandeln und gemeinsame Ideen verwirklichen.

Diese Ideen werden von den Mitgliedern der Jungen Presse Bayern ganz und gar ehrenamtlich umgesetzt. Einerseits macht das die Vereinsarbeit schwieriger. „Wenn jemand gerade wegen Stress in der Schule oder Uni partout keine Zeit hat, dann kann ihn niemand dazu zwingen, etwas für die JPB zu erledigen. Er macht das ja ehrenamtlich, also freiwillig“, so Alexander. Auf der anderen Seite denkt er, dass es auf jeden Fall angenehmer, aber vielleicht sogar leichter ist, nur mit Ehrenamtlichen zu arbeiten: „Gerade wenn es auf einen Termin zugeht, entfalten die Leute eine unheimliche Arbeitsbereitschaft. Das geht weit über das hinaus, was eine hauptberufliche Kraft tun würde.“ Ehrenamtliche seien mit mehr Leidenschaft dabei, meint der JPB-Vorstand: „Denn bei der JPB weiß ich, wenn ich jetzt die und die Aufgabe nicht erledige, lasse ich nicht irgendeinen Arbeitgeber hängen, sondern meine Freunde!“

Harte Arbeit die sich lohnt

Trotzdem ist klar: Die besondere Herausforderung an einem komplett auf ehrenamtlicher Arbeit aufgebautem Verein ist das Organisieren. Es gibt keine Dienstpläne und auch niemanden, der acht Stunden an ein und demselben Ort Arbeit erledigt. „Man muss für jede Tätigkeit erst einmal jemanden finden, der gerade Zeit hat“, so Alexander. Er ist der Meinung, dass es nicht unbedingt eine Bereicherung für die JPB wäre, hätte der Verein plötzlich hauptamtliche Arbeitskräfte: „Jeder würde sich dann nur noch die Rosinen aus der Arbeit rauspicken, also nur das, was wirklich Spaß macht. Aber ehrenamtliche Arbeit macht auch mal keinen Spaß. Gerade darüber entstehen tiefe Freundschaften.“

Die JPB bringt ihren Mitgliedern viel: einen anerkannten Jugendpresse Ausweis, zum Beispiel. Aber das wohl Wichtigste sind genau diese Freundschaften, die Alexander beschreibt: „Man lernt in der JPB wie man gemeinsam mit anderen Leuten eine gute Sache voranbringt, ohne dass irgendjemand tatsächlich einen Vorteil davon hat oder Geld dafür bekommt. Daraus entstehen viele Freundschaften, die weit über den Verein hinausgehen und man nimmt viel Ideelles für sich persönlich mit.“

Erschienen in: „Ringfrei“ der Zeitschrift des Kreisjugendring Nürnberg-Stadt, Ausgabe Nr. 48 – Nov 09

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: