Beruf Feuerwehrmann/-frau: Leben retten steht im Mittelpunkt

Wer in der Feuerwehr ist, löscht Brände. Doch die Aufgaben der Männer und Frauen, die bei der Berufsfeuerwehr arbeiten, sind weitaus vielfältiger. Es geht um viel mehr, als nur Feuer zu bekämpfen. Das Wichtigste ist es, das Leben von Mensch und Tier zu retten.

Zudem gehört es zum Aufgabenbereich der Feuerwehrleute, schwierige technische Hilfe zu leisten. Das betrifft die Höhen- oder Wasserrettung, die medizinische Erstversorgung am Unfallort und der vorbeugende Brandschutz.

Abgeschlossene Berufsausbildung benötigt

Mit all diesen Dingen hat sich Thomas Lechner im letzten halben Jahr intensiv beschäftigt. Er macht gerade seine Ausbildung zum Feuerwehrmann bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg. Zuvor hat er Maurer und bautechnischer Zeichner gelernt.

Das war auch nötig. Denn um Feuerwehrmann zu werden, muss man eine mit Facharbeiter- beziehungsweise Gesellenbrief abgeschlossene Berufsausbildung  vorweisen können. Außerdem sollte diese vorangegangene Ausbildung zum feuerwehrtechnischen Dienst passen und in der Arbeit als Feuerwehrmann von Nutzen sein. Deshalb werden oft Schreiner, Elektroinstallateure oder Rettungsassistenten eingestellt. „Aber auch Kaminkehrer“, meint Thomas Lechner, „denn die kennen sich bei Kaminbränden bestens aus.“

Schon vor seiner jetzigen Ausbildung hat Thomas aktiv bei der freiwilligen Feuerwehr gearbeitet. Irgendwann hat ihn ein Freund gefragt, warum er das nicht hauptberuflich mache. Es gefalle ihm doch so gut. „Und er hatte Recht. Ich habe mich dann schnell für diesen Beruf entschieden“, erzählt Thomas.

Sportskanonen sind im Vorteil

Um Feuerwehrmann zu werden, musste Thomas zunächst die Aufnahmeprüfung bestehen. Diese besteht aus einem sportlichen, einem praktischen und einem schriftlichen Teil. „Der Sporttest ist anspruchsvoll“, berichtet Thomas, „du musst hundertprozentig fit sein und lange vorher dafür trainieren.“ Für Sportskanonen optimal. Sie können sich beispielsweise bei Sprüngen über die Langbank, einem 1.000-Meter-Lauf und beim Streckentauchen beweisen.

„Auch während der Ausbildung und später im Beruf haben wir regelmäßig Sportstunden“, erklärt der Feuerwehrazubi. „Das ist wichtig. Wenn es in einem mehrstöckigen Haus brennt, musst du mitsamt der schweren Ausrüstung und den Wasserschläuchen in der Hand schnell die Treppen hinauf rennen, ohne total kaputt zu sein, wenn Du oben ankommst.“

Im praktischen Teil des Tests wird handwerkliches Geschick geprüft. Dazu gehören Lasten mittels Hebel zu bewegen oder grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen. Und im schriftlichen Prüfungsteil müssen die Bewerber einen Aufsatz schreiben, Rechenaufgaben lösen und ihr Allgemeinwissen sowie logisches Denken beweisen.

Mut und Durchhaltevermögen

Thomas hatte leider damals die Prüfung nicht beim ersten Mal bestanden. Aber das hielt ihn nicht von seinem Ausbildungswunsch ab: „Dafür muss man Ausdauer mitbringen“, sagt er. „Wenn man das wirklich will, darf man auf keinen Fall aufgeben.“ Thomas meint, so würde man auch beweisen, dass man wirklich Feuerwehrmann werden will – und sich nicht nur spontan aus einer Lust heraus beworben hat. „Und ohne gute Vorbereitung geht im Test gar nichts!“, mahnt er.

Thomas gefällt an der Ausbildung, dass sie sowohl Praxis als auch Theorie enthält: „Im Unterricht lernen wir fachbezogene Grundlagen, wie Physik, Chemie, Verbrennungs- oder Elektrizitätslehre. Aber wir haben auch Fahrzeugkunde oder Unterrichtsstunden über Schutzkleidung und Gefahren an der Einsatzstelle.“

In der Praxis dürfen die Azubis verschiedene Löschtechniken üben und Löschmittel ausprobieren. Sie proben den Umgang mit den schweren Geräten und machen das Rettungsschwimmerabzeichen. Aber auch das Retten von Personen aus brennenden Gebäuden oder verunglückten Fahrzeugen wird geübt.

Auch nach seiner Ausbildung wird Thomas in seinem Berufsleben weiter herausgefordert. Gleichzeitig kann er einer sinnvollen und anerkannten Arbeit nachgehen: Menschen und Tieren in Not helfen und Sachwerte schützen.

Thomas Lechner hat die sechs Monate Ausbildung zum Feuerwehrmann so gut wie hinter sich. Jetzt muss er nochmal drei Monate die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolvieren. Dann ist er ein richtiger Feuerwehrmann und kann bald zu seinem ersten richtigen Brandeinsatz, der sogenannten „Feuertaufe“.

 

 

Und noch mehr Infos:

Grundlegende Einstellungsvoraussetzungen für die Ausbildung zum Feuerwehrmann sind:
– mindestens Hauptschulabschluss
– eine abgeschlossene, für den feuerwehrtechnischen Dienst förderliche Berufsausbildung
– uneingeschränkte gesundheitliche Eignung
– gutes Sehvermögen, d.h. mit einer Sehleistung ohne Sehhilfe von mindestens 80 % auf dem einen und 60 % auf dem anderen Auge
– volle körperliche Einsatzfähigkeit
– Körpergröße mindestens 165 cm
– Führerschein der Klasse B oder C
– Deutsches Schwimmabzeichen – Bronze
– Schwindelfreiheit
– Die Bewerberin/ der Bewerber muss die Gewähr dafür bieten, das sie/er jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintritt.

Der mittlere, höhere und gehobene Dienst:

Feuerwehrmann/-frau im mittleren Dienst
Die Beamten oder Beamtinnen des mittleren Dienstes  der Feuerwehr arbeiten als Truppenmänner/-frauen, Truppführer/-innen oder Maschinisten/Maschinistinnen. Zwischen den Einsätzen sind sie in der Rettungsleitstelle, in Werkstätten und Gerätehäusern oder auch im Büro tätig. Die Ausbildung für den mittleren Dienst erfolgt im Rahmen eines Vorbereitungsdienstes an Feuerwehrschulen oder an Standorten der Berufsfeuerwehren. Dieser Dienst dauert in der Regel zwischen neun Monaten und zwei Jahren.

Feuerwehrmann/-frau im gehobenen technischen Dienst
Beamte und Beamtinnen des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes nehmen als Einsatzleiter/-innen bei der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung bei Unglücksfällen und Notständen leitende Funktionen wahr. Neben dem Einsatzdienst sind sie als Führungskräfte im Wachbetrieb oder als Sachbearbeiter in den Fachabteilungen der Feuerwehr tätig. Sie arbeiten sowohl im Büro als auch im Außendienst. Die Ausbildung dauert je nach Bundesland eineinhalb bis zwei Jahre.

Feuerwehrmann/-frau im höheren technischen Dienst
Beamte und Beamtinnen des höheren feuerwehrtechnischen Dienstes sind schwerpunktmäßig für die Führung der Berufsfeuerwehr zuständig. Dabei agieren sie als Abteilungsleiter/-in oder Leiter/-in der Feuerwehr. Im Einsatz nehmen sie herausgehobene Leitungsfunktionen wahr. Sonst arbeiten sie überwiegend im Büro. Diese Ausbildung dauert zwei Jahre und ist nicht bundeseinheitlich geregelt.

 

Erschienen auf: www.sprungrett-bayern.de

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One Response to Beruf Feuerwehrmann/-frau: Leben retten steht im Mittelpunkt

  1. SM sagt:

    Interessanter Bericht…
    Feuerwehrmann / – frau ist sicher ein spannender Beruf. Allerdings höre ich auch immer von Leuten die in dieser Branche arbeiten (also auch Rettungsdienst, Polizei usw.) das der Schichtdienst sehr hart ist und da auch die Familie drunter zu leidern hat… 😦 Aber es macht sicher Freude Leben zu retten und zu helfen! 🙂

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