Willy’s wichtige W-Fragen

Er ist einer der’s wissen will. Willy Weitzel, der Moderator der Kindersendung „Willy will’s wissen“, durfte auf der Preisverleihung des bayerischen Schülerzeitungs- wettbewerbs junge Blattmacher ehren. Und Willy weiß vor allem eins: Schülerzeitungsmachen ist Engagement pur!

Willy Weitzel, 38, ist selbst Journalist. Zuerst studierte er Theologie in München. Doch nach dem vierten Semester machte er ein Praktikum beim Kinderfunk des Bayerischen Rundfunks (BR) und wusste von da an, was ihm „im Leben richtig Spaß macht“.

An die Kleinen haben auch die Veranstalter des Wettbewerbs gedacht, als sie Willy eingeladen haben. „Wir wollten einen Stargast, der auch die Grundschüler begeistert“, so Eva-Maria Kerschbaumer von der Süddeutschen Zeitung. Doch Willy, der begeistert nicht nur die Kinder. Alle im Publikum – egal ob 8 oder 18 Jahre alt – lauschen gespannt, als Willy von den journalistischen W-Fragen erzählt.

Wer, wie, was, wo, wann?

Um den jungen Schülerzeitungs- machern das gleich mal an einem Beispiel zu verdeutlichen, holt er kurzer Hand Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle auf die Bühne und interviewt ihn. „Wer sind Sie?“, fragt Willy, „Das könnte die erste W-Frage sein.“ Aber schnell lenkt er ein: „Dann wäre ich als Journalist aber verdammt schlecht vorbereitet!“ Willy schiebt gleich die nächste Frage hinterher: „Wo haben Sie gestern das Finale der Fußball Weltmeisterschaft geschaut?“ Und entlockt so dem Kultusminister die ein oder andere Anekdote: „Daheim, vor dem Fernseher. Aber mit zwei Töchtern in der Grundschule und am Gymnasium und einer Vuvuzela ist das wie Public Viewing!“

Willy findet, sein Job, also eine Fernsehsendung für Kinder zu gestalten, unterscheidet sich kaum vom normalen Beruf des Journalisten. „Die Fragestellung ist gleich. Ein Tageszeitungsjournalist muss genau wie ich die W-Fragen beantworten!“, erklärt er. Aber natürlich wendet er sich einer anderen Zielgruppe zu. Willy sieht sich als Stellvertreter der Kinder: „Ich muss Inhalte runter brechen, um sie zu vermitteln. Ich erkläre jedes Fremdwort und darf keine Fragen offen lassen.“

Traumberuf: Journalist für Kinder

Natürlich plaudert Willy aus dem Nähkästchen und erzählt von seiner eigenen journalistischen Karriere. Die begann zwar nicht in der Schüler-, dafür aber in der Abitur-Zeitung. „Journalist ist ein toller Beruf, weil man in alle anderen Berufe reinschnuppern kann“, sagt Willy. Ein Journalist kann eben über wahnsinnig viele Dinge berichten. Willy wollte früher Radiomoderator werden. „Doch als ich mich beworben hab, wurde mir gesagt, ich müsse erst Erfahrungen im Printbereich sammeln.“, meint er seufzend.

Willy gab nicht auf, sondern machte zum Beispiel Praktika bei Tageszeitungen. Er erreichte sein Ziel, als er beim Hörfunk des BR arbeitete. Und mit seiner eigenen Sendung noch viel mehr als das. Sein neuestes Projekt ist eine DVD und CD, auf der er das Märchen von „Peter und der Wolf“ nacherzählt. Willy hat es geschafft, seinen Traum vom Journalist sein zu verwirklichen.

Auf Preisverleihungen darf er öfter die Glücksfee spielen. Leider ohne Röckchen und Zauberstab, wie er an dem Tag meint, denn das wäre bei den heißen Sommertemperaturen angenehmer gewesen, als ein Anzug. Aber er freut sich, Preise, Glückwünsche und Küsschen verteilen zu dürfen. „Ich finde es super, dass ihr euch über das Notwendige in der Schule hinaus engagiert!“, lobt er die Schülerzeitungsredakteure.

Mit auf den Weg geben möchte er ihnen nur einen Ratschlag: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Journalisten immer denken, sie sind das aller Wichtigste. Aber über was man berichtet, das ist das Wichtigste!“

Erschienen in: Der Dokumentation zum Bayerischen Schülerzeitungspreis 2009/2010. Der Wettbewerb wurde vom bayerischen Kultusministerium der Süddeutschen Zeitung und der HypoVereinsbank veranstaltet. Die Junge Presse Bayern erstellte die Dokumentation.

Fotos: Matthias Rüby, Christopher Klaus

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