Zwischen Moschee und Minirock

Melda Akbas, 19, Familie kommt ursprünglich aus der Türkei. Oft steht sie zwischen den strengen muslimischen Ansichten ihrer Eltern und dem Wunsch, einfach ein ganz normaler deutscher Teenager zu sein. Sie hat darüber ein Buch geschrieben.

„Ich bin Türkin, aber ich bin Deutsche“, sagt Melda und beschreibt so ihre Situation zwischen muslimischer Tradition und westlicher Freiheit. Eigentlich wirkt sie wie ein ganz normales Mädchen. Sie macht gerade Abitur, geht mit Freundinnen Kaffee trinken und shoppen, verliebt sich in Jungs und will zu Beginn ihres Studiums aus der elterlichen Wohnung ausziehen.

Doch da gibt es noch eine andere Seite. Nämlich wenn sich Meldas Vater beschwert, weil sie mit einem zu kurzen Rock aus dem Haus geht. Oder sich abends noch mit Freunden treffen will. Und auch, dass sie schon einen Jungen geküsst hat, sollte der streng gläubige Teil ihrer Familie besser nicht erfahren.

Ein ständiger Spagat

Melda wünscht sich nichts sehnlicher, als ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie denkt, dass viele Deutsche gar nicht wissen, was es heißt, ein Migrantenkind zu sein. Und mit welchen Schwierigkeiten sie und viele andere dadurch zu kämpfen haben. Sie beschreibt in ihrem Buch sehr selbstbewusst ihren Alltag, ihr schulisches Leben und ihre Familie, in der von streng gläubig bis atheistisch alle Ansichten vertreten sind.

Ihr Dilemma ist: Für Deutsche ist sie eine Türkin. Aber für Türken doch eher eine Deutsche. Ein „Zwischending“, wie sie schreibt. Dabei möchte sie doch einfach irgendwo dazugehören: „Ich kann weder das eine noch das andere sein, ohne mich an irgendeiner Stelle selbst zu verleugnen, aber beides geht eben auch nicht.“

Mit Melda Akbas taucht man ein, in die Welt einer Familie, die zwar aus der Türkei kommt, aber doch in Deutschland daheim ist. Melda beschreibt sehr authentisch, dass Integration funktionieren kann, aber dass Migrantenkinder es in ihrem Leben zwischen „Moschee und Minirock“ nicht immer leicht haben.

Nicht umsonst nennt Melda das letzte Kapitel in ihrem Buch „Gib niemals auf“. Denn mit viel Mut, Ausdauer und Willenskraft kann man alles schaffen – auch sein eigenes Leben so zu leben, wie man selbst will.

Melda Akbas: „So wie ich will: Mein Leben zwischen Moschee und Minirock“, C. Bertelsmann Verlag, 14,95€

Erschienen auf: schekker.de

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