Beruf Industrieelektriker/in: Tüfteln mit Schaltplänen

Du beschäftigst dich gerne mit modernster Elektronik? Dann ist der Beruf Industrieelektriker/-in genau das Richtige für dich. Ohne Industrieelektriker läuft in den meisten Betrieben heutzutage gar nichts, denn: Überall gibt es aufwendige Elektroinstallationen.

Industrieelektriker gibt es in Deutschland erst seit einem Jahr. Und obwohl der Beruf noch so neu ist, werden Industrieelektriker in jeglicher Hinsicht gebraucht. Der 15-jährige Michael Klatt hat gerade bei einer bayerischen Messgerätebaufirma seine Ausbildung in diesem Bereich begonnen. Nicht nur für Michael, sondern auch für das Unternehmen ist diese Ausbildung das erste Mal.

„Ich habe auf dem Tag der offenen Tür von dem neuen Berufsbild erfahren“, erzählt Michael. Er hat sich erkundigt, was ihm in zwei Jahren Ausbildung beigebracht wird. Industrieelektriker müssen Leitungen und Anschlüsse verlegen, Anlagen montieren, Schaltungen bauen und diese außerdem warten und reparieren. Davon war der Jugendliche sofort begeistert und bewarb sich nach seinem qualifizierenden Hauptschulabschluss um einen Ausbildungsplatz.

Erfolg ist, wenn es funktioniert

Seit September sind er und einige andere nun Azubis: „Wir durften schon selbst feilen, haben viel über Mechanik und Elektronik gelernt und wie normale Hausschaltungen funktionieren“, erzählt er, „das macht echt viel Spaß, vor allem, weil es so abwechslungsreich ist.“ Er muss zwar einiges an Theorie lernen, aber immerhin kann er das dann praktisch in der Ausbildung anwenden.

In seiner Ausbildung lernt er im ersten Jahr die Grundlagen der Elektronik, den Aufbau von Schaltungen, die wichtigsten Mess- und Prüftechniken und das Erstellen von Schaltplänen am Rechner. Wenn Schaltungen dann auch tatsächlich funktionieren, sei das ein tolles Gefühl für ihn. Das sei aber nicht immer der Fall: „Oft ist es gar nicht so einfach, den Fehler zu finden, da muss man Ausdauer beweisen.“, fügt er hinzu. Michael findet, um Industrieelektriker zu werden, sollte man vor allem viel Interesse an der Elektronik mitbringen und auch nicht allzu schlecht in Mathe sein.

Spezialisieren und weiterbilden

Im zweiten Lehrjahr können sich Industrieelektriker-Azubis spezialisieren: entweder als Fachkraft für Betriebstechnik oder im Bereich Geräte und Systeme. Der Industrieelektriker ist also vielseitig einsetzbar. Und wer nach der Ausbildung noch mehr anstrebt, kann in einer drei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik oder Geräte und Systeme aufsteigen. Die erste Ausbildung wird dabei angerechnet.

Was die Zukunft betrifft: Industrieelektriker sind und werden gefragt sein. Die Arbeit birgt zudem viel Verantwortung in sich, denn neue Komponenten und Systeme müssen reibungslos funktionieren. Außerdem ist eine gewisse Kommunikationsstärke gefragt, denn Industrieelektriker müssen sich regelmäßig mit Kollegen aus anderen Bereichen über technische Details und Probleme abstimmen.

Wer kurz vor der Berufswahl steht und sich bald entscheiden muss, dem sei die Messe „Berufsbildung 2010“ empfohlen. Dort kann man sich über eine Vielzahl von Metall- und Elektroberufen informieren. Die Messe findet vom 6. bis 9. Dezember im Messezentrum Nürnberg statt. Mehr Infos unter: ausbildungsoffensive-bayern.de

Bertram Brossart, Hauptgeschäftsführer der Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme und vbm, gibt weitere Tipps zum Thema Industrieelektriker. Und er erklärt, warum gerade Mädchen in diesem Beruf gefragt sind:

Wo braucht man denn überhaupt  Industrieelektriker?
Industrieelektriker können in vielen Branchen arbeiten. Je nach Fachrichtung sind das zum Beispiel Unternehmen des Anlagenbaus, der Energieversorgung oder der Informations- und Kommunikationstechnik.

Worauf wird in der Ausbildung besonders Wert gelegt?
Neben der fachlichen Qualifizierung der Auszubildenden wird auf die Sicherheit im Umgang mit Geräten größter Wert gelegt. Die Arbeit mit Geräten, Maschinen und Anlagen unter „Stromspannung“ erfordert eine fundierte Ausbildung im Elektrobereich. Deshalb ist der Industrieelektriker am Ende seiner Ausbildung eine „Elektrofachkraft im Sinn der Unfallverhütungsvorschriften“.

Wie sieht der spätere Arbeitsalltag eines Industrieelektrikers aus?
Der Arbeitsalltag des Industrieelektrikers ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Das Besondere an der Arbeit liegt darin, sich immer wieder auf wechselnde Bauserien und Ausstattungen einzustellen. Das erfordert hohe Konzentration und geübten Umgang mit den relevanten Fertigungsunterlagen und Schaltplänen. Damit muss der Industrietechniker immer auf dem neuesten Stand der Technik sein.

Können Mädchen denn auch Industrieelektrikerin werden?
Selbstverständlich können Mädchen diese Ausbildung machen. Wichtig ist – und das gilt für Mädchen und Jungs – dass man Spaß an Mathe, Physik und Technik hat. Denn das sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lehrzeit und eine guten Abschluss.

Trauen sich denn viele Mädchen diese Ausbildung zu? Oder haben sie es schwerer, sich in dem Beruf zu behaupten?

Im Moment sind nur fünf Prozent der Auszubildenden in den Elektroberufen weiblich – so auch beim Industrieelektriker. Nein, Mädchen haben es nicht schwerer, sich zu behaupten. Ganz im Gegenteil, die Unternehmen der M+E-Industrie haben sehr großes Interesse an Bewerbungen von Mädchen. Die Karrierechancen sind für junge Frauen genauso gut wie für junge Männer.

Erschienen auf: www.sprungrett-bayern.de

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