Panik im Prüfungsstress

Das Semesterende naht – und damit auch der Prüfungsstress. Die einen haben einen Klausuren-Marathon vor sich, bei den anderen hat er schon begonnen. Ein Stimmungsbericht.

Schon  lange war es klar. Seit Wochen. Eigentlich schon fast seit Studienbeginn. Ja, wir würden an diesem Tag die erste Uni-Klausur schreiben. „Ja, und?“, hatte ich mir vor kurzem schulterzuckend noch gedacht.

Doch schon am Abend zuvor habe ich gespürt, wie ich langsam aber sicher immer unruhiger wurde. Aber warum nur? Es ist ja nicht so, als hätte ich noch nie eine Prüfung geschrieben!

Nächster Tag: Beim Aufstehen ist das Kribbeln im Bauch immer noch da. Und außerdem wird meine Geduld auf die Probe gestellt. Denn die Prüfung ist erst um 14 Uhr. Und was fange ich jetzt den ganzen Vormittag noch mit mir an? Noch mal lernen? Nein. Was ich gelernt habe, muss reichen. Ich beginne aufzuräumen, sortiere meine Unterlagen und gehe noch mit Freunden aus einem anderen Fach in die Mensa. Perfekte Ablenkung. Die reden nämlich nicht die ganze Zeit von der Klausur! Und dafür bin ich ihnen ziemlich dankbar.

Doch dann stehe ich plötzlich vorm Kollegienhaus. Treffe meine Kommilitonen. Ein paar werfen noch eilige Blicke in die Skripte, andere rauchen nervös eine Zigarette. Das Bauchkribbeln wird schlimmer. Ich bin nervös, verdammt nervös!

Wie viel muss ich wissen, um nur zu bestehen? Wie viel, um eine gute Note zu bekommen? Wird die Zeit reichen? Habe ich wirklich das Richtige gelernt? Stellen die Professoren doch recht nette Aufgaben? Oder wollen sie uns so richtig in die Pfanne hauen? „Irgendwie bin ich aufgeregter als vor dem Abitur!“ Mit diesen Worten reißt mich ein Kommilitone aus meinen Gedanken.

Dann müssen wir auch schon rein in den großen Vorlesungssaal, in dem gleich 150 Leute ihre erste Prüfung schreiben werden. Direkt nebeneinander setzen dürfen wir uns nicht, mindestens ein Platz muss frei bleiben. Das Herz klopft bis zum Hals.

Stifte rauslegen. Wo ist mein Studentenausweis? Und wo muss ich jetzt genau die Matrikelnummer draufschreiben? Dann spricht der Professor: Wir dürfen nicht reden und nicht abschreiben. Ach nee! Dürfen wir wenigstens endlich anfangen, damit wir es hinter uns bringen? Er teilt die Prüfungsblätter aus.
Konzentriertes Arbeiten, absolute Stille. Nur das Rascheln von Papier – und vereinzeltes Seufzen. Mir tut die Hand weh vom vielen Schreiben. Aber da muss ich jetzt durch. Dann ist es vorbei. Immer noch schweigend und in Gedanken versunken laufen wir vor und geben unsere Blätter ab.

Und dann fangen alle gleichzeitig an durcheinanderzuplappern: Wow, war doch gar nicht so schlecht! Wir haben’s bestimmt geschafft! Egal wie gut es lief, alle strahlen, schon allein weil es überstanden ist. „Hey,“, sagt einer, „wir haben unsere erste Uni-Prüfung hinter uns. Das muss gefeiert werden!“

Erschienen auf: Szene-Extra Seiten der Nürnberger Nachrichten

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