Standard- und Latein tanzen statt in der Disco herum zu hüpfen

Der Winterball der Hochschulen: Tanz, Musik, Mädels in hübschen Abendkleidern, Jungs in schicken Anzügen – und unsere Autorin Jennifer Hertlein (19) mitten drin! Sie erzählt von dem Problem, einen Tanzpartner zu finden, der schwierigen Kleiderwahl und warum es manchmal schön ist, als Student richtig Tanzen zu gehen und nicht nur in der Disco herum zu hüpfen.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich mir dieses Event nicht entgehen lassen darf. Vielleicht liegt es ein bisschen an dieser allgemeinen Neugier, die man – wie ich – im ersten Semester verspürt. Oder meiner allgemeinen Begeisterung fürs Tanzen.

Doch als erstes stellt sich mir die Frage: Wen nehme ich als Begleitung mit? Immerhin brauche ich ja einen Tanzpartner. Problem dabei ist aber, dass männliche Studenten so einen Ball anscheinend nicht halb so toll finden wie wir Mädels – zumindest nicht die männlichen Studenten aus meinem Freundeskreis.

Studenten sind Tanzmuffel!?

Der eine findet Bälle spießig, der nächste hat keinen Anzug im Schrank hängen und der übernächste will oder kann nicht Tanzen. Eigentlich kriegt man auch nur zwei Arten von männlichen Studenten zum Winterball: nämlich entweder den eigenen Freund, den man quasi zwingt, mitzugehen. Oder wie in meinem Fall, einen der besten Kumpels, der ausnahmsweise ebenfalls sehr gerne tanzt und deswegen mit von der Partie ist. Gut, und vielleicht hatte er auch ein bisschen Mitleid mit meinem Gejammer, dass niemand zum Ball will. Jedenfalls war ich froh, als Stefan Schumacher mir zugesagt hatte, mich zum Ball zu begleiten.

Und dann ist es auch schon so weit: Mit dem Auto fahren Steff und ich zur Meistersingerhalle. Er studiert im ersten Semester an der Ohm Hochschule in Nürnberg und war auch noch nie zuvor am Winterball der Hochschulen gewesen. Als wir aus dem Auto steigen, meint er ganz überrascht: „Hey, es sind ja doch total viele Studenten da und nicht nur Professoren!“ Dann hätten wir das Klischee auch aus dem Weg geräumt.

Reingehen, Jacken ablegen, Eintrittskarten vorzeigen und einmal über den roten Teppich in die Meistersingerhalle spazieren. Neugierig blicken wir uns um. Nach und nach strömen immer mehr Leute herein. Wir bleiben an einem der Stehtische und beobachten. Meine Blicke schweifen immer wieder zu den Kleidern der anderen Mädels. Die eine kommt in einem glitzernden, langen roten Kleid, die nächste im schlichten kleinen Schwarzen.

Für Mädels essentiell: die Kleiderfrage

Ich selbst hatte ganz schön lange gebraucht, bis ich mich für ein Outfit entschieden hatte. Man kann so viel falsch machen. Kurz oder lang? Auffällig oder elegant? Letztendlich hatte ich mich für mein langes blaues Kleid aus Tanzkurszeiten entschieden – und mich gefreut, dass es mir noch passte!

Aber so wie mir ging es fast allen Mädels am Winterball. Susanne Jung (20) studiert Medizin in Erlangen und hat heute ganz schön lange gebraucht, für ihr Styling: „Für meine Hochsteckfrisur war ich ungefähr eine Stunde beim Frisör und Zuhause habe ich nochmal eine gute Stunde gebraucht, bis ich fertig war.“

Susannes Begleitung und Kommilitone Patrick Süß (19) findet es übrigens albern, wenn Jungs keine Lust auf Winterball haben, nur weil sie an ihren eigenen Tanzkünsten zweifeln. Er hat in der Tanzschule auch keinen Supergoldstar- sondern nur einen Fortgeschrittenenkurs absolviert. Trotzdem ist er heute hier: „Man muss doch nicht perfekt tanzen. Hauptsache, man gibt sich Mühe!“ Susanne pflichtet ihm bei: „Und der Winterball ist eine gute Möglichkeit, das Tanzen mal wieder ein bisschen zu üben!“

Tanzen ist Leidenschaft

Viele Paare sind heute wirklich wegen dem Tanzen gekommen. So auch Timo Johl (20) und seine Freundin Maria Reizhammer (25). Beide haben lange Zeit aktiv in der Tanzschule getanzt. „Ich war noch nie auf so einem riesigen Ball“, sagt Timo mit strahlenden Augen. Er würde sich sogar freuen, wenn es solche Bälle öfter gäbe. „Und das Tanzen ist so schön. Ich bewege mich gerne zur Musik, da steckt unheimlich viel Leidenschaft drin“, fügt seine Freundin hinzu.

Auch Marcus Brütting (21) genießt den Ball: „Das Tanzen mit den vielen hübschen Studentinnen ist super!“ Nur, wenn die Mädels ständig über die Ballkleider von anderen reden, kann das schon mal nervig werden. „Aber dann höre ich gekonnt weg!“ Seine Begleiterin Sigrid Zischler (21) lacht. Sie findet es schön, als Student auch mal Standard und Latein tanzen zu gehen – und nicht nur in der Disco herum zu hüpfen: „Wenn schon Tanzen, dann richtig!“

Auch Steff und ich sind vom Tanzen begeistert. Sofort nach der Eröffnungsrede stürzen wir auf die Tanzfläche und versuchen, uns an die ganzen Schrittfolgen aus der Tanzkurszeit zu erinnern. Am Anfang hapert es noch hier und da. Doch als der Ball in vollem Gange ist, klappt das Tanzen schon wieder einwandfrei. Gute Musik, ein schönes Ambiente und auspowern beim Tanzen – ich bin mir ziemlich sicher: nächstes Jahr, bin ich wieder dabei, beim Winterball der Hochschulen!

Erschienen auf: Szene-Extra Seiten der Nürnberger Nachrichten

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