Auf nach New York!

Eine Studenten-Delegation der Uni Erlangen-Nürnberg nimmt an einem Planspiel der Vereinten Nationen teil

Die Arbeit der Uno erleben, einmal selbst in der Vollversammlung in New York sitzen – für 16 Studierende der Uni Erlangen-Nürnberg wird dies schon bald Realität: Sie reisen vom 15. April bis zum 26. April zum National Model United Nations (Mun), dem weltgrößten UN-Planspiel, und schlüpfen in die Rolle von Länder-Delegierten bei den Vereinten Nationen. Doch zuvor gab es noch eine Generalprobe: die erste Franken-Mun-Konferenz, bei der Teams der Unis Erlangen-Nürnberg, Bamberg, Bayreuth, Regensburg, Frankfurt und Prag ihr Können ausprobierten.

„Model United Nations in Nürnberg, der Stadt der Menschenrechte, das ist angewandtes Völkerrecht“, sagt Nicolai Makosch. Er ist Projektleiter der FauMun, der Mun-Gruppe der Uni Erlangen-Nürnberg. Nicolai freut sich, 34 Teilnehmer ein Wochenende lang zur Franken-Mun auf dem Gelände der Firma Horbach Wirtschaftsberatung begrüßen zu dürfen. Die Simulation soll vor allem der Übung und Vorbereitung auf New York dienen.

Denn dort werden mehr als 5000 Studenten aus der ganzen Welt an der echten Mun teilnehmen. Jede Delegation einer Hochschule vertritt einen Staat der Vereinten Nationen. Erlangen-Nürnberg „spielt“ die Republik Guatemala.

„In den einzelnen Komitees muss man vor über 400 Leuten sprechen und verhandeln. Da ist Routine das Wichtigste“, sagt Tobias Fritz. Er war im Vorjahr selbst in New York dabei und steht dieses Jahr zusammen mit Alexander Hoeppel den Delegierten mit Rat und Tat zur Seite.

Die Franken-Mun läuft ähnlich ab wie das große Vorbild. Jeweils zwei Studenten bilden eine Delegation, die ein Land vertritt. Verhandlungsthema ist der Klimaschutz. Bei den sogenannten „formal sessions“ halten die einzelnen Delegierten vor dem Komitee kurze Reden à 90 Sekunden. Wer länger quatscht, wird unterbrochen und muss wieder Platz nehmen. „Diplomatisches Verhalten ist am wichtigsten“, meint Annalisa Greger, die Mentorin der Erlanger Delegation.

Anschließend folgt eine „informal session“. Jetzt können die Delegierten miteinander diskutieren und versuchen, andere Länder von ihren Ansichten zu überzeugen. Außerdem schreiben sie an Arbeitspapieren, die später zu Resolutionen werden sollen. Dabei läuft jedes Gespräch auf Englisch ab. Das darf für die Teilnehmer kein Problem sein. Denn in New York müssen sie mit Muttersprachlern mithalten können.

„Das Schöne an dem Programm ist, dass wirklich alle motiviert sind und was bewegen wollen“, sagt Oliver Burger (26), „man merkt, dass alle mit Herzblut dabei sind!“ Er studiert Politik, Orientalistik und Wirtschaftswissenschaften und gehört zur Erlanger Delegation. Genauso wie Daniel Weitzel (24), der Politik und Soziologie studiert. „In unserer Gruppe habe ich Leute kennengelernt, mit denen ich sonst nie etwas zu tun gehabt hätte“, erzählt er.

Denn FauMun ist ein interdisziplinäres Projekt. Es sind zwar einige Politikwissenschaftler dabei – aber eben nicht nur. Vanessa Lawrenz (20) studiert zum Beispiel Jura. „Als Jurist ist es später wichtig, keine Angst zu haben, vor vielen Leuten zu reden“, meint sie. Auch sie findet es gut, mit so unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten zu können.

Nicolai Makosch, der Projektleiter, beobachtet seine Delegierten auf der Franken-Mun genau: „Ich sehe von Monat zu Monat, welche Fortschritte die Gruppe macht. Es ist unglaublich, was aus den Leute geworden ist! Zuerst saßen sie zitternd im Bewerbungsgespräch und jetzt reden sie alle an die Wand!“

Am Ende der Franken-Mun werden – wie in New York – Preise für die besten Delegationen vergeben. „Das ist eine tolle Anerkennung“, meint Mentorin Annalisa Greger, „aber es kommt vor allem darauf an, was jeder für sich persönlich mitnimmt.“ Denn anders als im normalen Uni-Alltag geht es hier um Eigeninitiative, Teamfähigkeit, überzeugendes Auftreten und soziale Kompetenzen.

Daniel Weitzel findet, das komme sonst in der Uni zu kurz: „Das meiste, was man in der Uni lernt, könnte man auch lernen, indem man ein Buch liest. Aber die Erfahrungen, die man hier macht, sind durch keinen dicken Wälzer zu ersetzen.“

Erschienen auf: Szene-Extra Seiten der Nürnberger Nachrichten

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