Traumjob beim Speed-Dating finden

Jugendliche aus der Region lernten viel über Bewerbungsgespräche

Den richtigen Ausbildungsplatz finden und beim Bewerben erfolgreich sein – das wünscht sich fast jeder Jugendliche! Leider sieht die Realität oft anders aus. Eine neue Methode soll junge Menschen aus der Metropolregion ihrem Traumjob näher bringen: Beim Ausbildungsplatz-Speed-Dating im E-Werk in Erlangen konnten sie sich bei Firmen vorstellen und erste Kontakte und Erfahrungen sammeln.

Zielsicher schiebt sich Sandra Spieß (14) an den zahlreichen anderen Jugendlichen vorbei, die dicht gedrängt zwischen Informationsständen und Speed-Dating-Tischen stehen und auf ihre Chance warten. Sandra hat einen Speed-Dating-Termin bei dem Unternehmen Prinovis. Etwas nervös streicht sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und wirft noch einen letzten Blick auf ihren Lebenslauf.

Sandra besucht die 9. Klasse der Wirtschaftsschule in Nürnberg. Nächstes Jahr macht sie ihre mittlere Reife. „Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich nach der Schule machen will“, erzählt die 14-Jährige. „Zum einen sind meine Leidenschaften das Backen und Kochen, aber ich interessiere mich auch für Technik und Computer.“
Weil sie sich noch nicht für dieses Jahr bewerben muss, geht es ihr beim Speed-Dating vor allem darum, mehr über mögliche Arbeitgeber zu erfahren: „Und vielleicht bekomme ich ja ein Praktikum. Oder wenn es gut läuft, sogar schon eine Zusage für einen Ausbildungsplatz.“

Knifflige Fragen beantworten

Deswegen sitzt sie jetzt auch Stefan Göpfert von Prinovis gegenüber und wird von ihm mit Fragen gelöchert. Er will wissen, ob sie sich unter dem Beruf Medientechnologe überhaupt etwas vorstellen kann und ob sie bereit wäre, für den Ausbildungsplatz ihrem Hobby Handballspielen weniger nachzugehen. Denn dafür bleibt kaum Zeit, wenn man im Schichtdienst arbeiten muss.

Frühaufstehen und Nachtschichten schrecken Sandra nicht ab. Ein bisschen verlegen ist sie im Gespräch trotzdem. Es ist nicht so leicht, auf eine Frage wie zum Beispiel „wie würden dich deine Freunde beschreiben?“ spontan eine Antwort zu finden.
Nach dem Gespräch fällt ein bisschen Anspannung von Sandra ab. Trotzdem ist ihr klar: „Wahrscheinlich ist ein echtes Bewerbungsgespräch viel anstrengender. Hier sind so viele Menschen ringsrum und die Atmosphäre ist entspannter.“ Sie findet, das ist eine gute Übung. „Außerdem kann ich ja nichts verlieren.“

Etwa zur gleichen Zeit sitzt David Röser (17) beim Speed-Dating-Gespräch bei Karstadt. Der Schüler geht in die 10. Klasse der Nürnberger Wirtschaftsschule. Er will dieses Jahr einen Ausbildungsplatz finden. Daher hat er auch schon fleißig Bewerbungen verschickt. Sein Traumjob: eine Ausbildung zum Büro- oder Bankkaufmann. „Heute habe ich schon drei Gespräche hinter mir“, sagt er, „aber aufgeregt war ich nicht. Immerhin habe ich mich gut vorbereitet.“

Im Gespräch mit Karstadt erzählt David, dass ihm der Kundenkontakt wichtig ist, und er berichtet von seinen Erfahrungen aus seinem Nebenjob in einem Bekleidungsgeschäft. Er kann die Fragen, die ihm Philipp Sagolla von Karstadt stellt, schnell beantworten. Sogar die Öffnungszeiten des Kaufhauses weiß er – die hatte er vorher noch auf seinem iPhone recherchiert. Philipp Sagolla ist mit David zufrieden: „Man hat gemerkt, dass er sich gut vorbereitet hat!“

Derweilen dated Sandra die IHK. Claudia Ambros-Weiß aus der Personalabteilung gibt ihr Feedback zum Lebenslauf. Ihr ehrenamtliches Engagement im CVJM kommt gut an. „Das zeigt uns, dass sie soziale Kompetenzen besitzt“, erklärt Ambros-Weiß. Noten sind also nicht alles. „Trotzdem darf man nicht zu schlecht sein, vor allem in Fächern, die für die gewählte Ausbildung wichtig sind.“
Nach sechs Speed-Dates ist Sandra k.o.: Jetzt heißt es abwarten, ob sich die Firmen noch mal bei ihr melden.

Erschienen auf: Szene-Extra Seiten der Nürnberger Nachrichten

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