Immer wieder freitags ruft Lisa zum Feiern

Wie viele Freunde braucht der Mensch? Und vor allem welche? Wir haben Jugendliche gebeten, uns von den verschiedenen Freundschaften, die sie hegen, zu erzählen. Heute: die Partyfreundin.

„Hey! Heute Abend gibt es Freigetränke in der neuen Bar! Und anschließend freien Eintritt für Mädels in unserem Lieblingsclub. Bist du dabei?“ So textet mich meine Freundin Lisa fast jeden Freitag- oder Samstagabend an. Ein „Nein“ als Antwort duldet sie nicht. Es zählen auch keine Ausreden – ganz egal, ob ich morgen lernen muss, gerade unter Liebeskummer leide oder einfach keine Lust zum Ausgehen habe. Lisa ist meine ausgewiesene Party-Freundin und will, dass ich mitkomme!

Sie lässt nicht locker, und so steht sie dann strahlend, frisch geschminkt, in einem glitzernden, kurzen Party-Kleidchen vor mir und hält eine Flasche Sekt in der Hand. Und auch wenn ich bis dahin keine Lust auf Party hatte, die überschwängliche Art der Party-Freundin lässt mich rasch die Alltagssorgen vergessen.

Küsschen links, Küsschen rechts zur Begrüßung, dann geht es um den letzten Tratsch und Klatsch. „Hast du schon gehört, Sven und Eva haben sich getrennt. Und Sabine hat jetzt einen Neuen! Ach, und der süße Typ aus dem Parallelkurs, der kommt heute auch auf die Feier!“

Lachen, kichern, albern sein. Es geht um Outfits, Schminke, die Partys der vergangenen Wochen, süße Typen und nervige Mädels – und eben nicht um ernste Themen wie Beziehungskrach, Weltpolitik oder schlechte Noten. Bis ich mit Lisa bei Club oder Bar ankomme, bin ich in Bombenstimmung zum Feiern, denn die gute Laune meiner Party-Freundin ist ansteckend!

Auf der Feier kennt sie so gut wie jeden – und stellt mich natürlich umgehend jedem vor. Ich bin umringt von lachenden Gesichtern, mache ein bisschen Small Talk hier und da und stehe irgendwann mit einer großen Gruppe beim Tanzen.

Mit meiner Party-Freundin probiere ich auf der Tanzfläche neue Moves aus und denke gar nicht mehr darüber nach, ob das peinlich sein könnte. Denn sie ist Animateurin und reißt jeden mit. Alle tanzen, hüpfen rum und haben einfach nur Spaß! Und das ist immerhin das Wichtigste, was es zu einer legendären Party-Nacht braucht.

Am nächsten Tag bin ich ein bisschen müde und verkatert – doch für das Ausgehen mit Lisa hat sich das auf jeden Fall gelohnt. Untertags sehe ich meine Party-Freundin jedoch nur selten. Da ist sie mir zu überdreht, zu anstrengend. Immerhin ist nicht das ganze Leben eine Party. Denn ab und zu muss man ernsthaft über Liebeskummer, Weltpolitik oder über schlechte Noten reden.

Und wenn mir dann doch mal wieder nach Spaßhaben und Problemevergessen ist, ist sie zuverlässig da. Das ist auch gut so. Denn was wäre das Leben, würden wir es manchmal nicht einfach genießen?

Erschienen auf: Szene-Extra Seiten der Nürnberger Nachrichten

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